Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter www.jerusalemweg.at

 

Zum gesamten Bericht gelangst du hier!

 

 

„Alles steht unter einem göttlichen Stern!“

 

 

„ …. für Frieden, Freude und Freiheit“

 

 

„Wir sind alle Kinder Gottes und damit Brüder und Schwestern auf Erden“

 

 

6. Bericht

 

Werte Leser, … sind sechs Monate eine relativ lange oder eine relativ kurze Zeit?!?!

Wie dem auch sei... Wir schreiben nun schon den 22. Dezember 2010, in zwei Tagen ist Weihnachten! - Das bedeutet, unsere Reise neigt sich langsam dem Ende zu...!

 

Gerade eben befinde ich mich in einem Kibbuz in Kalia, ganz in der Nähe des Toten Meeres. Unsere kleine Pilgergemeinschaft hat hier Quartier bezogen. Es ist dies unsere letzte Station, bevor wir am Vormittag des 24. Dezember nach Bethlehem aufbrechen werden...

 

Doch kurz zurück zu meinem letzten Bericht. - Ihr erinnert euch noch?! - Wir sind soeben in Jordanien eingereist... - Seither hat sich wieder vieles getan, von dem ich euch gerne berichten möchte:

 

Es war uns also problemlos möglich, am 10. Dezember Syrien zu verlassen. Auch in Jordanien konnten wir ohne gröbere Schwierigkeiten einreisen. Allerdings hatten wir  uns dabei an gewisse Vorgaben zu halten:

 

Das „Niemandsland“ zwischen den beiden Landesgrenzen durfte nur mit bzw. in einem Fahrzeug passiert werden, das heißt, nicht zu Fuß! Wir waren deshalb vom guten Willen anderer Reisender abhängig und mussten hoffen, dass uns jemand in seinem Auto mitnimmt... Denn nur so konnten wir diese Strecke von etwa fünf Kilometern bewältigen. Zum Glück aber hatten wir an der Grenzstelle in Syrien einen zuvorkommenden Polizisten kennen gelernt, der sich sogleich um eine Mitfahrgelegenheit für uns bemüht hat. - Und ganz schnell war die Sache dann auch durch einen „kleinen Energieausgleich“ von ein paar Dollar erledigt... Auf diese Art also betraten wir das neunte und vorletzte Land auf unserer Pilgerreise, das Königreich Jordanien!

 

Ohne weitere Komplikationen, bei schönem Wetter und mit hohen Erwartungen im Gepäck setzen wir um 13.00 Uhr unseren Pilgerweg durch den Wüstenstaat fort. Unser Plan sah vor, zuerst in Richtung Jarash (dem antiken Gerasa) zu wandern, einem Ort der von der Grenze ca. 47 Kilometer entfernt lag.

 

 

Von Jarash bis zur Hauptstadt Amman waren es dann noch weitere 85 Kilometer... Wir mussten uns daher eine Gesamtstrecke von 132 Kilometern so aufteilen, dass wir auf alle Fälle am 14. Dezember in Amman eintreffen würden. Nur so war auch alles weitere plangemäß zu bewältigen.

 

In diesem Sinne sollte unsere erste Übernachtung in Jarash erfolgen. Doch in diesem Ort fanden wir kein passendes Hotel... Wir haben daher entschieden, uns gleich direkt nach Amman bringen zu lassen. Die Freude war groß, hier sofort ein geeignetes Hotel gefunden zu haben. Doch leider stellte sich heraus, dass im Keller des Hauses eine Discothek untergebracht war.... und wir daher nachts auch im Bett noch tanzen hätten können...

 

Wen wundert´s daher, dass wir unser Zimmer am nächsten Tag fast fluchtartig verlassen haben und uns gleich wieder auf Quartiersuche begeben haben?! Wir sind ja schließlich Pilger und keine Nachtschwärmer... - Doch Spaß beiseite; ein Taxifahrer brachte uns in die Nähe der österreichischen Botschaft, wo wir schließlich eine wunderbare Bleibe ausfindig gemacht haben. Da wir dieses Hotel ja als Basislager für Jordanien nutzen wollten, sollten wir uns darin auch richtig wohl fühlen können...; und genau dieses gute Gefühl hatten wir dann auch!

 

Von hier aus haben wir dann unsere jeweiligen Pilger-Etappen gestartet. - Am Sonntag hielten wir unseren üblichen Ruhetag ein, doch am Montag gab es dann unerwartet Regenwetter... Doch wie alles im Leben hat auch jede miese Situation ihre guten Seiten: So haben wir daher den zusätzlichen freien Tag für Arbeiten auf unserer Homepage genutzt... Und am Dienstag war dann das Wetter wieder wunderschön!

 

 

 

Am Mittwoch, den 15. Dezember 2010, um etwa 13.00 Uhr, haben wir schließlich Amman „auch zu Fuß“ erreicht. Somit können wir jetzt unseren Pilgerweg in Richtung Westen fortsetzen; der Norden des Landes war also abgehackt…

 

Und noch eine Neuigkeit! Ab jetzt waren wir zu viert unterwegs: Alfred, ein Freund und Berufskollege von Johannes und Otto, war eigens aus Österreich mit dem Flugzeug angereist und hat bereits im Hotel auf uns gewartet. „Fred“, wie wir ihn nannten, wird uns ab jetzt bis nach Jerusalem begleiten.

 

 

Nach einer kurzen Pause haben wir, wie erwähnt, Amman in Richtung Westen verlassen. Unser nächstes Ziel war es, in den kommenden Tagen den geschichtsträchtigen Berg Nebo zu erreichen: Der Überlieferung nach ist dies jener Berg, von dem aus Moses das gelobte Land sehen durfte, … aber sterben musste, ohne es selbst je betreten zu haben.

 

Der Weg den wir gewählt haben, verlief „quer Feld ein“... Orientierung verschafften wir uns durch Zuhilfenahme des Kompass. Aber genau das hat uns letztlich in große Schwierigkeiten gebracht: Ohne „Vorwarnung“ war uns der Weg plötzlich durch einen hohen Zaun versperrt! Nach genauerer Betrachtung haben wir aber eine Stelle entdeckt, an der der Zaun schon einmal geöffnet worden war. Deshalb konnten wir auch unsere „Zwickzange“, die wir für solche Fälle mitgeführt hatten, in der Tasche lassen und brauchten den Draht des Zaunes nur mehr entsprechend zurecht biegen.

 

 

Schließlich war es uns möglich, durch diese Öffnung unsere Wanderung fortzusetzen. Mittels eines kunstvollen Drahtgeflechts haben wir den Zaun wieder ordnungsgemäß verschlossen... und weiter ging es zum Berg Nebo.

 

Diesen Ort hat seine Heiligkeit Papst Johannes Paul II im Jubiläumsjahr 2000 einen Besuch abgestattet; er hat dort als Zeichen des Frieden einen Olivenbaum neben der byzantinischen Kapelle gepflanzt. Die religiöse Bedeutung des Berges Nebo wurde auch von Papst Benedikt XVI. bei seiner Pilgerreise zu den Heiligen Stätten im Mai 2009 hervorgehoben.

 

 

Landschaftlich bemerkenswert ist vor allem, dass man aus Richtung Amman kommend den Berg Nebo gar nicht sieht...

 

 

Denn eigentlich ist es so, dass man zum Berg Nebo „hinab“ wandern muss... Dies deshalb, da der Weg von Ost nach West bereits auf 500 Metern Seehöhe beginnt und der Berg dann an seiner Westflanke bis auf 400 Meter unter den Meeresspiegel abfällt. Daraus ergibt sich der Höhenunterschied von 900 Metern. Dieser kann aber nur vom Jordantal aus überblickt werden.

 

Bevor wir jedoch zu diesem Punkt kamen, haben wir unsere Tagesetappe beendet und sind wieder zurück nach Amman in unser mittlerweile sehr bewährtes Basislager. Am nächsten Tag sind wir etwas früher als üblich aus den Federn, … da der Berg Nebo und die Stelle, an der Johannes der Täufer Jesus getauft haben soll, „schon auf uns gewartet haben“...

 

In großer Vorfreude und voller Erwartungen haben wir uns an der Stelle, an der wir am Vortag unsere Pilgerschaft unterbrochen hatten, von unserem Taxifahrer verabschiedet. Wir wollten so schnell wie möglich an den Ort gelangen, wo wie beschrieben die Westflanke des Nebo 900 Höhenmeter abfällt... Und wir hatten tatsächlich nicht zu viel erwartet: Es bot sich uns ein wunderbarer Ausblick auf das Jordantal!

 

 

Bei guter Sicht kann man hier sowohl das Tote Meer, als auch Bethlehem und sogar Jerusalem erblicken. Wir hatten zwar schönes Wetter, aber die Sichtverhältnisse waren nicht ganz so gut, dass wir alles hätten sehen können..., schade! - Von der Lage und dem Ausblick waren wir aber trotzdem fasziniert!

 

 

Nachdem wir unsere Fotos gemacht und die Anlage besichtigt hatten, sind wir frohen Mutes wieder aufgebrochen. Wir nahmen uns jedenfalls vor, diese 900 Höhenmeter im wahrsten Sinne des Wortes zu „genießen“... Und es ergab sich tatsächlich eine traumhaft schöne Wanderung bei tollem Wetter und Temperaturen wie im Hochsommer. Es war uns nicht nur vergönnt, die faszinierende Natur in all ihrer Pracht zu bewundern, sondern wir durften auch die immer wieder auftauchenden Nomadenbehausungen, Kinder, Kamele und Schafherden fotografieren.

 

 

Um 12.30 Uhr haben wir dann die Talsohle erreicht, sie liegt 370 Meter unter dem Meeresspiegel! - Um zu neuen Kräften zu kommen und unsere Energiereserven wieder aufzufüllen, haben wir uns wieder einmal unsere bewährten „Panaceo“ Kapseln genehmigt, die wir seit Beginn unserer Reise sehr regelmäßig, dreimal pro Tag genossen haben. - In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch ausdrücklich bei Herrn Raschan Jakob bedanken, der uns in großzügiger Weise diese Muntermacher zur Verfügung gestellt hat! - Über Energielosigkeit hatten wir auf unserer Reise wahrlich nie zu klagen!

 

 

Um 14.00 Uhr waren wir endlich an jener Stelle angelangt, an der Johannes der Täufer Jesus Christus getauft haben soll. Der historische Wahrheitsgehalt solcher Überlieferungen kann zwar nicht immer zu 100 Prozent bewiesen werden..., für eine Region wie diese sind solche Legenden oder Annahmen jedoch von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Man hat daher in letzter Zeit auch diesen Ort touristisch immer intensiver und besser vermarktet. Allerdings hat uns persönlich der dort betriebene „Kommerz“ weniger begeistert... Dennoch ist va. der ideelle Wert dieser Anlage nicht hoch genug einzuschätzen, sollte die Überlieferung tatsächlich stimmen.

 

 

Nach exakt 40 Minuten, die Besichtigung war zeitlich begrenzt, haben wir diesen Ort wieder verlassen und weiter ging es auf unserem Pilgerweg.

 

 

Wir wollten ja über die Hauptstraße wieder zurück nach Amman. Von dieser waren wir aber noch einige Kilometer entfernt...!. Es wurde uns deshalb sehr bald klar, dass wir die letzten Kilometer wieder bei Dunkelheit zurücklegen müssen. Da wir aber auf Grund unserer bisherigen Erfahrungen bereits echtes Gottvertrauen entwickelt hatten, waren wir überzeugt davon, dass uns zum richtigen Zeitpunkt schon das passende Fahrzeug „geschickt“ werden würde! - Und tatsächlich, so war es dann auch:

 

An der Kreuzung zur Hauptstraße angekommen, stoppten wir einen Pkw mit offener Ladefläche, auf die wir auch sofort aufsteigen durften. Auf diese Weise legten wir ca. fünf Kilometer bis zum nächsten Ort zurück, wo – siehe da - bereits „zufällig“ ein freies Taxi auf uns wartete, das uns zurück in unser Hotel brachte...

 

Um 19.00 Uhr saßen wir bereits gemütlich im Restaurant und hatten guten Grund, den gelungenen Tagesabschluss bei einem feinen Bierchen zu feiern. Es ist nunmehr Samstag, der 15. Dezember 2010; und Jordanien ist für uns fast schon wieder Geschichte. Wir stehen knapp vor der Einreise in unser zehntes und damit letztes Land, nämlich nach Palästina/Israel. Wie gesagt, Grund genug, „darauf anzustoßen“... - Die Erfüllung eines weiteren großen Wunschtraumes von mir liegt aber noch vor uns: Der Besuch der verlassenen Felsenstadt Petra, der für morgen Sonntag, den 16. Dezember, geplant ist.

 

Abfahrt um 06.30 Uhr; Otto, Alfred und ich stehen pünktlich am Busbahnhof. - Johannes wird nicht dabei sein; er will die Besichtigung von Petra zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Er erwartet für den Jahreswechsel Besuch und möchte dann diesen Ort zu zweit, ohne seine Pilgerkollegen, erkunden.

 

Wir sind schließlich leicht verspätet mit dem Bus von Amman in Richtung Petra abgefahren. Um 10.00 Uhr trafen wir in der antiken Felsenstadt ein und hatten dann bis 16.00 Uhr Zeit, dieses weltbekannte Kulturerbe zu besichtigen. Petra war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer und wurde im Jahre 2007 zu einem der sogenannten „Sieben neuen Weltwunder“ gewählt.

 

Uns war bewusst, dass für eine vollständige Besichtigung dieser beeindruckenden Anlage die Zeit sehr knapp werden würde; wir wollten uns daher auch keine Pause gönnen. So waren wir dann ständig unterwegs, um alle wichtigen Stationen zu erreichen und unsere Fotos zu machen. Pünktlich um 16.00 Uhr saßen wir wieder im  Bus, 240 Bilder im Kasten und bleibende Eindrücke in unserem Bewusstsein; Eindrücke, die kaum mehr zu Toppen sein würden... Einige dieser wunderbaren Aufnahmen möchte ich euch im folgenden gerne zeigen:

 

 

Eine ganz besondere Faszination haben auf mich die kunstvollen Felsen-Motive in all den unterschiedlichsten Farben ausgeübt; sie stammen wahrlich aus einer „göttlichen Kunstwerkstatt“ ….

 

 

Nach diesem Erlebnis ging es zurück in unser Basislager. Wieder hatten wir einen guten Grund, uns noch gemütlich zusammen zu setzen und den Tag bei gutem Essen und dazu passenden Getränken ausklingen zu lassen. Vielleicht mag es euch schon so erscheinen, liebe Leser, als ob wir diesen wunderbaren Pilgerweg nur zum Feiern genutzt hätten...?! - Dem war natürlich nicht so! - Feiern gehört jedoch wie überall im Leben genauso dazu wie Entbehrungen, Anstrengungen und auch Schmerzen, die man manchmal auf sich nehmen muss. Von all dem haben wir auf dieser Pilgerreise so einiges erfahren dürfen...

 

Ja, die Zeit schreitet voran und wir denken schon ans Rucksack packen. Bereits morgen werden wir Amman, damit auch unser Basislager, wieder verlassen. Zuvor besuchen wir aber noch die österreichische Botschaft! Auch werden wir einen Stempel in unseren Pilgerpass eintragen lassen und die Zitadelle von Amman besichtigen. Mit diesen Plänen im Kopf begeben wir uns ein letztes mal auf unser schon vertrautes Zimmer, um noch einmal eine Nacht in diesem wunderbaren Bett zu genießen. Für morgen haben wir geplant, um 10.00 Uhr, ohne vorherige Terminvereinbarung, „einfach so“ in der Botschaft zu erscheinen... Wir sind schon sehr gespannt, wie man uns empfangen wird...

 

Montag, 17. Dezember 2010, es ist soweit..., österreichische Botschaft in Amman: Johannes läutet, stellt sich kurz vor und nennt den Namen „Irene Schauer“; jene Dame mit der Johannes vor der Pilgerreise korrespondiert hat... Und siehe da, sofort werden wir aufs herzlichste empfangen und zu Kaffee und Manner-Schnitten eingeladen. Für uns war es eine besondere Freude, dass sich auch der österreichische Botschafter in Jordanien, Herr Franz Hörlberger, zu uns gesellt und sich mit uns über unsere Pilgerreise unterhalten hat. Nachdem man uns erlaubt hat, dabei auch unsere Fotos zu machen, verabschiedeten wir uns mit den besten Weihnachtswünschen und einem herzlichen „Dankeschön“ von den Mitarbeitern und vor allem bei Irene Schauer-Larimian und dem Botschafter Franz Hörlberger.

 

 

Für diesen improvisierten Kurz-Besuch sind wir natürlich sehr dankbar, vor allem auch dafür, dass alles so einfach und problemlos abgelaufen ist.

 

Nach dieser netten Begegnung haben wir uns von „unserem Taxifahrer“, der sich mittlerweile auch schon an uns gewöhnt hatte, zur Zitadelle bringen lassen. Eine halben Stunde später hatten wir auch hier unsere Bilder gemacht; auch schöne Aufnahmen vom Theater und der Stadt Amman, aus einer Perspektive, wie wir sie  bisher noch nie gesehen hatten...

 

 

Bald stiegen wir wieder ins Taxi und ließen uns bis kurz vor die „König Hussein Brücke“ (Allenby Bridge = King Hussein Bridge) bringen, über die wir dann Jordanien verlassen haben, um nach Palästina einzureisen. Dieses Prozedere hat aber viel Zeit in Anspruch genommen... Volle drei Stunden haben wir gebraucht, bis wir endlich Palästina betreten durften. Da wir aber schon vorher wussten, dass es hier etwas länger dauern könnte, hatten wir uns schon gut darauf eingestellt.

 

Und, ihr habt es sicher schon erraten...: Quartiersuche ist wieder angesagt! - Ein neues Land, andere Voraussetzungen, andere Preise...! Das erste Hotel, das man uns gezeigt hat, war eine Bruchbude... Wir sind nicht einmal aus dem Taxi gestiegen... - Ein deutliches „a little more exclusive, please“, zum Taxifahrer und schon ging es weiter zum nächsten Hotel, dem „Jericho Resort“. - Im Resort angekommen..., ausgestiegen, Preis verhandelt..., Zimmer besichtigt... und wieder zurück ins Taxi...! Die Zimmer waren kalt, feucht und ab-gelebt...!

 

Da die Auswahlmöglichkeiten damit schon erschöpft waren, blieb uns nur noch das „Intercontinental Hotel“: Teuer zwar und luxuriös, … dafür aber sauber, sehr exklusiv und echt gut... Eine Nacht werden wir uns ja wohl noch leisten können....! Dennoch, morgen werden wir wo anders ein „angemesseneres“ Quartier suchen!

 

Am Morgen des 21. Dezember 2010 geht es gleich noch einmal zurück zum „Checkpoint“, um das Einreisefoto nachzuholen, das uns am Vortag wegen der Dunkelheit nicht mehr möglich war. Die Grenzsoldaten waren überaus freundlich und haben uns etwas ermöglicht, womit wir absolut nicht gerechnet hatten: Wir durften sogar an „diesen sensiblen Orten“ unseren Fotoapparat auspacken! Die netten Grenzbeamten haben sich sogar für eine Aufnahme extra zu uns gesellt.

 

 

Danke, Danke und nochmals Danke!

 

Danach haben wir unseren Pilgermarsch nach Bethlehem wieder aufgenommen. Nur mehr ca. 60 Kilometer trennen uns noch von der Erfüllung unseres ursprünglich so groß scheinenden Wunsches... Nur mehr wenige Kilometer bis zu unserem anfangs so fernem Ziel, das mittlerweile schon sehr klar und fast greifbar vor uns liegt: Nämlich, am 24. Dezember 2010 in Bethlehem an der Krippe zu stehen...!

 

Um 14.00 Uhr haben wir unseren Weg unterbrochen, um noch kurz ans Tote Meer zu fahren, um dort das Gefühl des schwerelosen Schwimmens kennenzulernen. Für mich war das zwar nichts Neues, da ich schon im Jahr 2009 an dieser Stelle war, … aber für Otto, Johannes und Fred ein völlig neues Gefühl...

 

 

Um 16.00 Uhr haben wir das Tote Meer hinter uns gelassen und sind zu einem Kibbutz gewandert, das uns schon vorher empfohlen wurde. - Ein Kibbutz ist annähernd vergleichbar mit einer Genossenschaft, wobei alle Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt sind; … eine Gesellschaftsform, die mir bei näherer Betrachtung sehr interessant erscheint...

 

Wir sind dort in völliger Dunkelheit angekommen und haben uns auf Anhieb wohl gefühlt. Die Unterbringung erfolgte in komfortablen Bungalows zu je zwei Personen. Ein gutes Abendessen rundete diesen erlebnisreichen Tag ab.

 

Zwei Tage also noch, bis wir Bethlehem erreichen! Das heißt, wir werden bis zum 23. Dezember dieses Quartier behalten, bevor wir dann endgültig dort eintreffen.

 

Auf dem Weg nach Bethlehem konnten ich noch einige sehr interessante Fotomotive ausfindig machen:

 

 

Nun sitze ich hier an einem Computer im „Sahara Hotel“, in einem Vorort von Bethlehem, es ist 20.30 Uhr. - Ich schreibe gerade an meinem sechsten und letzten Bericht über unsere Pilgerreise.

 

Meine Frau und mein Enkel Luca sind bereits in Jerusalem angekommen. Wir drei warten schon sehnsüchtig auf den Augenblick, an dem wir uns nach einer so langen Zeit der Trennung endlich wieder umarmen können. Und das wird morgen sein! - Ein Weihnachtsgeschenk der ganz besonderen Art!

 

Meine Pilgerkollegen und ich werden jetzt noch ein nettes Restaurant aufsuchen, um die Erlebnisse des Tages bei einem guten Abendessen und vielleicht auch einem edlen Glas Wein ausklingen zu lassen.

 

…. Ich springe kurz in der Zeit etwas nach vor…: Wir schreiben den 31. Dezember 2010, Silvester. - Ich bin bereits wieder zu Hause in Abtenau und habe mich schon wieder in meiner gewohnten Umgebung eingelebt, … war auch bereits Schi fahren! Meine Frau hat gemeinsam mit unserer Tochter einen kleinen Umtrunk in unserem Wohnhaus mit den engsten Verwandten und Freunden organisiert. Dieses kleine Fest hat bei mir natürlich besonders große Freude ausgelöst und mir das Gefühl gegeben, wieder zu Hause bzw. wieder in meiner gewohnten Umgebung angekommen zu sein.

 

Doch nun wieder zurück nach Bethlehem: Es ist der 24. Dezember 2010, Weihnachten! Ein Datum, das in meinem Leben bestimmt für immer einen besonderen Stellenwert behalten wird! Es ist 10.00 Uhr vormittags: Ich befinde mich auf meinem Zimmer, das Telefon klingelt … und ich erhalte die Nachricht, dass meine Frau und Luca bereits in der Rezeption auf mich warten! - Wahrlich ein Augenblick, den ich in den letzten Monaten schon sehr oft herbei gesehnt habe, auf den ich mich aufrichtigen Herzens gefreut habe! - Und nun endlich war es soweit! Sehnsucht verwandelt sich in Realität! - Ihr könnt euch vorstellen..., natürlich stehen mir Tränen in den Augen, … in dem Moment, in dem ich von Freude überwältigt eine erste Umarmung mit meinen Liebsten nach so langer Zeit genießen darf...

 

Doch schon bald darauf, nach einem kurzem Willkommens-Trunk, sind wir dann alle gemeinsam in Richtung Bethlehem, dem Ziel unserer Pilgerschaft, aufgebrochen; „wir“ - das sind Johannes, Otto, Fred, mein Enkel Luca, Margarethe meine Frau, und ich.

 

 

Es ist wahrlich ein außergewöhnliches Geschenk, gemeinsam und gesund am 24. Dezember 2010 das langersehnte Ziel erreichen zu dürfen! Ein Geschenk, das wir voll Dankbarkeit annehmen durften.

 

 

Dass wir dann auch noch die vom lateinischen Patriarchen Fouad Twal zelebrierte Mitternachtsmette in der „Katharinenkirche“ mitfeiern durften, war eine wundervolle Draufgabe, ein zusätzliches Präsent für uns. Zum Glück hatten wir rechtzeitig die Information erhalten, dass wir per Internet Platzkarten für die Mitternachtsmette bestellen können! Manche nennen das Zufall, für mich war es eine Fügung Gottes!

 

 

In der „Heiligen Nacht“ um 02.30 Uhr sind wir dann noch bis zum Checkpoint gegangen, der Jerusalem von Bethlehem trennt. - An der Ortstafel von Jerusalem war dann endgültig Schluss... Ich verabschiedete mich von meinen Pilgerkollegen und wir fuhren getrennt in unsere Quartiere: Johannes, Otto und Fred ins „Österreich Hospiz“ im Zentrum von Jerusalem, sowie meine Frau, Luca und ich ins „Parkhotel“, das etwas außerhalb des Zentrums liegt... Es war schon ein etwas eigenartiges Gefühl für mich, als nach sechs Monaten ein gemeinsamer Weg zu Ende gegangen ist... Aber noch haben wir ja das letzte Ziel nicht erreicht, nämlich Jerusalem und die Grabeskirche!

 

Am 25. Dezember 2010 haben wir uns daher alle nochmals im Hospiz getroffen und haben gemeinsam in Jerusalem verschiedene interessante Sehenswürdigkeiten besichtigt, bevor wir wieder in unser Hotel zurück gefahren sind.

 

Schließlich am 26. Dezember haben wir den letzten Abschnitt unseres gemeinsamen Pilgerwegs von der Ortstafel Jerusalem aus in Richtung „Kidrontal“ angetreten...:

 

 

… Über das „Kidrontal“ (das ist der Abschnitt zwischen Tempelberg und Ölberg), durch die „Davidstadt“ (die historische Keimzelle Jerusalems) …,

 

 

… vorbei am „Goldenen Tor“ und den muslimischen Gräbern auf der linken Seite,

 

 

… durch den Friedhof der Christen in der Talsohle ...,

 

 

 … vorbei an den jüdischen Gräbern auf der rechten Seite, hinauf zum Ölberg.

 

 

Auf dem Ölberg war ein Besuch in der „Christi Himmelfahrtskapelle“ der Höhepunkt!

 

 

Auch der Blick hinunter nach Jerusalem ist etwas ganz besonderes! Jeder der schon einmal am Ölberg gestanden ist, wird das nur bestätigen!

 

Für mich persönlich war der Blick zum „Goldenen Tor“ wiederum ein starker Impuls, über meinen geplanten „Werteweg“ von Haifa zum Goldenen Tor nachzudenken; ein Vorhaben, das ich für nächstes Jahr in Angriff nehmen möchte...

 

 

… und vor allem ein persönlicher Traum von mir, wie ich ihn bereits in meinem zweiten Bericht beschrieben habe...

 

Der letzte Abschnitt unseres Weges führte uns hinunter zum Fuße des Ölbergs und auf der gegenüberliegenden Seite wieder hoch zum Löwentor, und schließlich zur Grabeskirche: Nachdenklich und voller Dankbarkeit haben wir in der Grabeskirche noch zwei gemeinsame Fotos gemacht: Zwei Bilder, die den Abschluss unseres gemeinsamen Pilgerweges von Arbing in Oberösterreich nach Jerusalem in Israel bis zum Grab von Jesus Christus dokumentieren sollen:

 

 

 

Persönliche Abschlussbetrachtung:

 

31. Dezember 2010, 16.00 Uhr!

 

Ich habe soeben meinen sechsten Bericht fertig geschrieben und empfinde tiefe Dankbarkeit und aufrichtige Freude zugleich. Es ist für mich ein Geschenk Gottes, dass ich diesen Weg gehen durfte; Gott, der den Zufall so gelenkt hat, dass ich Johannes und Otto kennen lernen durfte.... Diesen Beiden gilt mein besonderer Dank, dass sie mich überhaupt auf diese einzigartige Reise mitgenommen haben. Eine Reise, die den Spuren des Heiligen Paulus von Tarsus und den Kreuzrittern gefolgt ist.

 

Dass letztlich alles ohne größere Komplikationen abgelaufen ist, darin sehe ich ebenfalls die Handschrift Gottes. Die vielen wunderbaren Begegnungen, die bleibenden Eindrücke, die mir Mutter Natur geschenkt hat, als auch die vielen großartigen Kulturstätten, die ich besichtigen durfte, werden mir immer und ewig in Erinnerung bleiben! Aber auch „die Gedanken die gekommen und gegangen sind“. werden sicherlich mein weiteres Leben mit beeinflussen!

 

Mit großer Freude und Zuversicht sehe ich daher meinem zukünftigen Handeln entgegen und ich freue mich sehr, wenn noch viele weitere Berichte auf dieser Internetplattform www.wertewege.at folgen dürfen.

 

Einen Beitrag für Frieden, für Freude und für Freiheit auf Erden leisten zu dürfen, stimmt mich sehr glücklich. Mein brennender Wunsch nach einer weltweiten Wertegemeinschaft für Frieden, für Freude und Freiheit, basierend auf

 

den 12 Werten http://www.zwilling.at/werte.htm,

den 12 Wünschen http://www.zwilling.at/wuensche.htm,

den 12 Bitten http://www.zwilling.at/bitten.htm,

den 12 Regularien (Ehrencodex) http://www.zwilling.at/ehrenkodex.htm und

dem gemeinsamen, völkerverbindenden und religionsübergreifenden Friedensgebet http://www.zwilling.at/friedensgebet.htm,

 

ist für mich zu einem festen Bestandteil meines Lebens und meiner Persönlichkeit geworden.

 

Ein ganz großes Ziel von mir ist es auch, dass diese Grundlagen für eine bessere Welt in 12 Sprachen übersetzt werden, damit einer positiven Entwicklung der Bewegung nichts mehr im Wege steht.

 

Ich beende meinen sechsten Bericht mit dem aufrichtigen Wunsch, dass diese Wertegemeinschaft noch kräftige Unterstützung von vielen Menschen erhält, die ebenfalls einen Beitrag leisten wollen für mehr Frieden, für mehr Freude und mehr Freiheit auf Erden!

 

In diesem Sinne wünsche ich jedem Menschen und Lebewesen auf unserem wunderschönen Planeten Erde ein gesundes, erfülltes, zufriedenes und glückliches Leben!

 

Bis auf weiteres!

 

Euer Pilger

 

David

 

 

 

Kontakt:

David Zwilling, Johannes Aschauer und Otto Klär

david@zwilling.at, mail@jerusalemweg.at

www.jerusalemweg.at