Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter www.jerusalemweg.at

 

Zum gesamten Bericht gelangst du hier!

 

 

„Alles steht unter einem göttlichen Stern!“

 

 

„ …. für Frieden, Freude und Freiheit“

 

 

„Wir sind alle Kinder Gottes und damit Brüder und Schwestern auf Erden“

 

 

5. Bericht

 

Wie bereits im vorigen Bericht beschrieben, war es für uns am 10. November 2010 dank der Hilfe und Unterstützung eines Zivilpolizisten sehr einfach, die Grenze nach Syrien zu überschreiten.

 

Jetzt aber sind wir wieder wie „richtige Pilger“ unterwegs; mit einem Rucksack von etwa 17 Kilogramm auf dem Rücken; …. fast immer das gleiche Gewicht, …. nur ab und zu durch die mitgetragenen Wasservorräte um ein oder zwei Kilogramm schwerer …

 

 

…. Das Wetter ist wunderschön, es herrschen angenehme Temperaturen von etwa 25 Grad Celsius… Man sieht wenig Grün, … nur Erde, Sand und Steine...;

 

 

…. doch schon nach einer Stunde tauchen die ersten Überreste vergangener Zeiten und Kulturen auf …. ; Syrien wird auf unserer Reise vermutlich noch wesentlich mehr davon zu bieten haben…

 

 

Nach ca. zweieinhalb Stunden Wanderung bricht bereits die Dämmerung herein…

 

Also mussten wir uns Gedanken machen, wie wir heute noch nach Aleppo kommen können, eine Stadt die etwa 30 Kilometer vor uns lag. - Wir konnten ja vermuten, dass in Syrien die Kleinbusse in ähnlicher Weise verkehren würden, wie in der Türkei. Deshalb hatten wir weiter keine großen Bedenken, nicht rechtzeitig in Aleppo einzutreffen. – Und tatsächlich..., es dauerte keine zehn Minuten und wir konnten einen Bus stoppen. ….. Eingestiegen und hinein ins Zentrum, direkt zum Busbahnhof von Aleppo....

 

Dort wurden wir sehr bald auf Englisch angesprochen, „what are you doing, can I help you …”. Und schon wurden wir zu einem Hotel geleitet. - Das erste war uns zwar zu teuer; das zweite hat dann aber gepasst; Kostenpunkt 30 Dollar …. Das war zwar nicht gerade billig, aber doch erschwinglich.

 

„In Syrien ist die Situation bei den Übernachtungen anders, als in den Ländern davor …“, diese Information erhielten wir von einem Tiroler Pilgerkollegen, der schon vorher durch Syrien marschiert war… „Wenig Infrastruktur..., die Hotel-Preise betragen durchschnittlich 25 Dollar aufwärts, …. und die Nächtigungsmöglichkeiten beschränken sich auf die Großstädte Aleppo, Hama, Homs und Damaskus“.

 

Von Aleppo im nördlichen Syrien bis nach Dara im Süden sind es ungefähr 500 Kilometer. Diese Strecke mussten wir uns daher so einteilen, dass wir jeweils in den Großstädten unser „Basislager“ einrichten konnten, um von dort aus die weiteren Etappen zu planen bzw. zu gehen; ganz nach dem Motto „ …. mal nach vorne, und dann auch wieder mal zurück…“. Wenn wir also täglich unsere 25 bis 30 Kilometer zurücklegen würden und Zeit für die verschiedenen Besichtigungen mit einrechnen, sollten wir Syrien am Ende der ersten bis Mitte der zweiten Dezember-Woche wieder verlassen können, um dann schließlich die Grenze zu Jordanien zu überschreiten …. – Nun ja, schauen wir mal wie es kommt...

 

Am 11. November haben wir zuerst einen Ausflug zum „Saint Simeon Kloster“ gemacht. Da die Verkehrsverbindungen sehr gut sind, war es nicht weiter schwer, einen entsprechenden Minibus zu finden; das waren dann ca. 30 Reise-Kilometer…

 

 

Übrigens, der Heilige Simeon, auch als der „Säulenheilige“ bekannt, hat einen Großteil seines Lebens auf einer Säule lebend verbracht und dadurch bewirkt, dass rund um diesen Ort eine riesige Klosteranlage entstanden ist. Simeon soll unglaubliche Wunder vollbracht haben. Bald wurde er wegen der vielen Heilungen sehr bekannt und deshalb von Hilfesuchenden förmlich belagert. Bis ihm das Ganze zu viel wurde und er sich deshalb auf einer Säule verschanzt haben soll, um sich so vor den Menschen zu schützen, die bereits in Massen zu ihm gepilgert sind …. - Reste dieser Säule sind noch heute zu sehen.

 

 

Durch diese Maßnahme zog Simeon aber erst recht die Aufmerksamkeit der Massen auf sich; das Kloster wurde daher dem entsprechend berühmt…

 

 

Das „Saint Simeon Kloster“ ist also nicht zu unrecht weltweit bekannt und wird von vielen Reisegruppen besucht … Auch wir waren von der Anlage fasziniert und haben uns natürlich genug Zeit genommen, bis wir alle unsere Eindrücke und Fotos im Kasten hatten.

 

Doch dann stellte sich uns die nächste Aufgabe. Wie würden wir wieder zu der Stelle gelangen, wo wir am Vortag den Bus bestiegen hatten, um die zweite Etappe Richtung Aleppo zu starten?!?!

 

Als wir schließlich die Klosteranlage verlassen hatten, sahen wir eine Touristengruppe in einen Bus steigen. Sofort erkundigten wir uns, wohin die Reise führen würde und bekamen auf Deutsch zur Antwort, „ …. wir fahren nach Aleppo …“. - Da ca. 10 Kilometer dieser Fahrt auf „unserer Strecke“ lagen, ersuchten wir, uns mitzunehmen. Natürlich war man einverstanden. - Sobald sich im Bus Einzelheiten über unsere Pilgerschaft verbreitet hatten, wurden wir so richtig als Helden gefeiert…, und viele wollten ein Foto mit uns machen; …. diesem Wunsch kamen wir beim Aussteigen gerne nach….

 

Aber …, alle anderen hatten jetzt ein Foto von uns, nur ich habe dabei vergessen, ein Foto für uns selbst zu machen …. wäre sicher eine nette Erinnerung gewesen ….

 

Auch ein Ehepaar aus Salzburg befand sind unter der Reisegruppe. Die beiden hatten offensichtlich eine besondere Freude, in einer solchen Situation Bekanntschaft mit uns gemacht zu haben... - Im folgenden Gespräch stellte sich heraus, dass sie über meine Person sehr genau Bescheid wussten.... Nach den Fotos gab es noch eine nette Verabschiedung und es wurde von allen Seiten herzlich gewunken. - Ein erbauendes Erlebnis, das gleich im Anschluss „auf einer anderen Seite“ seine Fortsetzung fand…

 

Als wir aus dem Bus gestiegen waren, entdeckten wir einen Kleintransporter mit einer freien Ladefläche. Indem wir auf die Landkarte zeigten, machten wir dem Fahrer deutlich, wo wir hin wollten… In kürzester Zeit hatten wir einen Fahrt-Beitrag vereinbart und schon wurden wir wieder zu der Stelle gebracht, an der wir am Vortag unsere Pilgerschaft unterbrochen hatten. – Hinten auf der Ladefläche stehend, war es uns auch wunderbar möglich, für die nächsten 15 Kilometer die herrliche Landschaft in vollen Zügen (und in voller Fahrt!) zu genießen.

 

 

Um 14.00 Uhr waren wir am gewünschten Punkt angelangt. Es konnte also wieder weiter gehen … und so haben wir unseren Pilgerweg auf der geplanten Strecke fortgesetzt… ;

 

…. durch viele kleine Dörfer hindurch…, wo wir überall von begeisterten Kindern begrüßt wurden…

 

 

 

Wir marschieren gerade durch ein kleines Dorf, ... links und rechts der Straße befinden sich Gebäude …. und Kinder … Johannes geht ca. 200 Meter vor mir...

 

Plötzlich nehme ich wahr, wie Johannes einem Jungen nachläuft … das Ganze sieht jetzt nicht mehr ruhig und friedlich aus…! Vielmehr aufgebracht und energisch…! - Ich konnte nicht erkennen, was passiert war …. - Erst als ich zu der Stelle kam, an der Johannes eilig in einem Haus verschwunden und sofort darauf aus einem anderen Haus wieder heraus gekommen ist, habe ich erfahren, dass ein Kind einen Stein nach unserem Kameraden geworfen und ihn dabei genau im Gesicht getroffen hatte.

 

Und wie immer, wenn so etwas Unvorhergesehenes passiert, … man plötzlich in eine nicht alltägliche Situation gestoßen wird, weiß man zuerst natürlich nicht, wie man sich verhalten soll…! - Der Junge war verschwunden und nicht mehr auffindbar… - Dass Johannes in dieser Situation sehr aufgebracht war und auch „Schimpfwörter gebraucht hat“, ist da nur allzu leicht verständlich... - So verließen wir diesen Ort jedenfalls mit zwiespältigen Gefühlen …. Und Johannes wird ihn wahrscheinlich nicht in bester Erinnerung behalten ….

 

Otto und ich konnten die angespannte Situation aber auf gütliche Weise etwas entschärfen. Wir führten noch ein versöhnliches Gespräch mit den Erwachsenen, die natürlich den Vorfall  auch mitbekommen hatten. Da es sich bei dem Steinwerfer ja noch um ein Kind gehandelt hat, zeigten wir Verständnis und Nachsicht...

 

Ja klar…, auch solche Situationen gibt es auf einem so langen Weg …. So hat etwa auch schon in der Türkei jemand einen Stein nach Otto geschleudert…; der Wurf hat aber Gott sei Dank sein Ziel verfehlt und nur einen Schuh getroffen. - Was auch immer der Beweggrund für so ein Kind gewesen sein mag…, wir werden es natürlich nie heraus finden.

 

Trotz allem aber können wir von den vielen unzähligen Kindern, die wir auf unserer langen Wanderung schon getroffen haben, nur das Beste berichten. - Wie heißt es so schön, „in einer so großen Herde von Schafen sind ab und zu auch mal ein paar schwarze dabei…“. – In diesem Sinne behalten wir auch für die Zukunft unsere hohe Meinung von den Kindern bei und freuen uns schon auf weitere Begegnungen.

 

 

Aber, wie ich meine, berichtet gehört auch über solche „Zwischenfälle“ ….

 

Bald hatten wir uns also wieder beruhigt und waren gelassen wie zuvor. Wir gehen unseren Weg in gewohnter Weise weiter; …. schweigend und ganz in unsere Gedanken versunken, …..bis auf einmal lautes und bedrohliches Hundegebell zu hören ist! - Da Johannes einige hunderte Meter vor uns war, konnten Otto und ich uns auf die zu erwartende Situation einstellen. Wir blieben daher nahe beisammen, um so zu zweit einen stärkeren Eindruck auf die Tiere zu machen.

 

Und unsere Taktik ging auf… Die aufgebrachten Tiere liefen zwar mit furchterregendem Gebell auf uns zu …; als sie aber merkten, dass wir keine Angst vor ihnen hatten, sind sie ebenso schnell wieder abgezogen. – Dennoch, …. solche Situationen sind immer wieder aufregend für uns. Wir sind auch immer wieder froh, wenn diese Ereignisse gesund überstanden worden sind.

 

Eine halbe Stunde später fahrt ein „Pickup“ (Van) auf uns zu; schon steht Johannes beim Fahrzeug. …. Und ruft uns zu, „kommt´s, wir sind eingeladen, …. auf einen Kaffee, …. privat, zu Hause ...“. - Da wir die geplant gewesene Tagesetappe sowieso schon geschafft hatten, passte das gut in unser Konzept ... Wir sind daher zum Auto gelaufen … und los ging´s …

 

Die Fahrt dauerte allerdings nicht sehr lange! - „Stotter – knatter – stotter ….“, der Motor setzt aus und läuft nicht mehr …., Ende und Aus! …. So musste die Kaffeepause leider ausfallen und stattdessen sind wir mit dem nächsten Bus zurück nach Aleppo. - Ein weiterer erlebnisreicher Tag unserer Pilgerreise ging somit zu Ende.

 

Heute ist der 12. November 2010. - Wir müssen wiederum einen Teil der Strecke zurück fahren, da uns noch 30 Kilometer Fußmarsch von unserem Ziel Aleppo trennen. Wir sind wie immer, bei diesen Berechnungen sehr genau. Wir wollen uns ja keinen Teil der Pilgerstrecke „erschwindeln“ ….

 

Nach kurzer Suche fanden wir einen Minibus, der uns zum Start der heutigen Etappe bringen sollte, … so meinten wir… - Als dann Johannes aber nach einer halben Stunde Fahrzeit auf sein GPS schaute, bemerkte er, dass wir uns auf der falschen Straße befinden.... Zum Umdrehen war es aber schon zu spät.... Wir mussten daher in Kauf nehmen, dass wir nur über Umwege zu unserem Etappenstart kommen würden.

 

Mit einiger Verspätung kamen wir zu der Stelle, an der wir am Vortag in den Bus gestiegen sind. - Schließlich um 11.30 Uhr konnten wir dann doch unsere Pilgeretappe nach Aleppo starten. Etwa 30 Kilometer liegen vor uns.... Das heißt, wir würden Aleppo erst bei Dunkelheit erreichen … Solcherart zusätzlich motiviert und unter Druck gesetzt, wählten wir ein etwas höheres Tempo und machten weniger Pausen.

 

Dabei passierten wir uralte Straßen, die vermutlich noch aus der Römerzeit stammen und gut erhalten sind...;

 

 

…. vorbei an alten abgelagerten Blechfässern, die total verrostet waren und scheinbar als Einzäunung dienen sollten ...

 

 

Schlussendlich haben wir um 20.00 Uhr bei vollkommener Dunkelheit den Stadtrand von Aleppo erreicht.

 

 

Da wir keine Ortstafel ausfindig machen konnten, marschierten wir weiter bis fast ins Stadtzentrum. Wir haben daher auf dieser Tagesetappe etwa 35 Kilometer zurück gelegt.... Das war ein starker und anstrengender Tag für uns, aber wir haben wieder ein großes Ziel von uns erreicht.

 

Das wiederum stimmte uns sehr glücklich und wir freuten uns schon auf ein paar freie Tage, die wir zum Faulenzen und für Besichtigungen nützen werden:

 

In Aleppo haben wir verschiedene Kirchen besichtigt… Einen ganz besonderen Eindruck hat inmitten der Stadt die riesige Zitadelle aus dem 10. Jahrhundert auf uns gemacht.

 

 

Sehr imposant war auch der Ausblick von der Zitadelle hinunter auf die Stadt Aleppo...

 

 

Am 15. November sind wir dann in Richtung Hama aufgebrochen; die nächste Großstadt auf unserer Pilgerroute.

 

Nachdem wir zuvor in Aleppo einmal das Hotel gewechselt hatten, haben wir dann doch ein recht passables Quartier gefunden; wir werden daher in den nächsten Tagen hierher immer wieder zum Schlafen zurück fahren.

 

Der geplante Weg verläuft entlang der Autobahn, in gerader Linie von Aleppo bis Damaskus (355 Kilometer). Von Homs weg verläuft parallel auch eine Bundesstraße, die von uns bevorzugt wird, weil dort wesentlich weniger Verkehrsaufkommen herrscht.

 

 

… Ab und zu auch ein Schotterweg, der links und rechts mit Föhren bepflanzt ist, ….. und absolut kein Verkehr ….. Immer wenn wir so einen Weg gehen dürfen, lacht unser Herz ganz besonders …...

 

 

 

…. Allerdings gibt es viel Dreck und Schmutz links und rechts der Straße… Weiter geht´s, vorbei an Schafherden und Pumpstationen für die Bewässerung…,

 

 

….. sowie Autowerkstätten … und immer wieder Autowerkstätten…

 

 

Die Menschen sind freundlich und zuvorkommend… Oft werden wir zum Tee oder Kaffee eingeladen…; und immer wieder treffen wir auf freundliche Kinder…

 

 

 

So haben wir schließlich am 19. November endlich Hama erreicht, wo wir nach einem ersten Hotelwechsel wieder ein passendes Quartier gefunden haben. - „Passend“ bedeutet für uns, ….. „nicht zu teuer, ruhig und sauber“ ....

 

Von Hama sind besonders die Wasserräder bekannt, die vom Fluss Orontes betrieben wurden und heute nur mehr als Touristenattraktion dienen.

 

 

Eine wunderschöne Altstadt mit vielen kleinen Geschäften ….. und dem Suk (arabisch Suq = Markt); … auch ganz besondere Reisebusse konnte man in Hama sehen....

 

 

Von Hama aus geht unsere Reise in zwei Etappen weiter nach Homs; … gleiche Struktur, selbe Landschaft wie von Aleppo nach Hama…

 

Da wir bereits am 23. November um 14.00 Uhr Homs erreicht haben, sind wir noch mit einem Bus zur „Krak des Chevaliers“ gefahren, um dort die bekannte Burg (die sogenannte „Krak“) zu besichtigen...

 

 

….. Für uns ein weiterer Höhepunkt unserer Reise! - Wir konnten viele Aufnahmen machen und so unsere Eindrücke auf Bild festhalten. Um 16.00 Uhr, als die Burg geschlossen wurde, fuhren wir nach Homs, um uns dort ein Quartier zu suchen, das wir wieder für längere Zeit nutzen wollten. Nach mehreren Anläufen fanden wir schließlich ein Hotel, das unseren Vorstellungen entsprochen hat. - Jeder von uns bekam ein Einzelzimmer in ruhiger Lage mit Halbpension.

 

Nach einer entspannten Nacht haben wir am nächsten Tag gleich einen Bus gesucht, der uns zum 150 Kilometer entfernten Palmyra bringen sollte. - Palmyra gilt als Pflichttermin für jeden Syrien-Besucher. Ein Kulturschatz der Extraklasse wartete auf uns, entdeckt zu werden. Da wir zu Fuß diese umfangreichen Anlagen niemals komplett besichtigen hätten können, organisierten wir uns ein Taxi, das uns zu den wichtigsten Plätzen brachte. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus, was hier alles schon um die Zeit 1.000 nach Christi entstehen konnte... Von weitem konnten wir schon die Burganlage sehen, die in voller Pracht aus allem hervorsticht...

 

 

Es ist sehr beeindruckend, wie viele Prunkbauten hier gestanden haben …. auch die noch  erkennbaren Überreste der alten Anlagen versetzten uns in Staunen....

 

Übrigens, Otto wird von uns auch „Fotomann“ genannt, weil er jedes Motiv von allen Seiten her genau begutachtet, bevor er ein Foto schießt... - Dabei kann es schon mal passieren, dass wir ihn für kurze oder auch längere Zeit aus den Augen verlieren… Dank dem Handy haben wir uns aber immer wieder gefunden... - Wir hatten unseren Taxifahrer für drei Stunden gebucht und mussten daher trachten, dass wir in diesen drei Stunden so viel wie möglich sehen… Für unseren Otto war das natürlich eine Qual und „Zumutung“, da er bei dieser Fülle an wertvollen Motiven viel mehr Zeit zum Fotografieren gebraucht hätte.

 

Für folgende Aufnahmen blieb uns dann doch noch Zeit:

 

 

Als am Abend die Sonne im Begriff war, unterzugehen und uns ihre letzten wärmenden Strahlen schenkte, waren wir sehr glücklich. - Dankbar, dass wir in dieser kurzen Zeit so viel sehen durften und unsere vielen herrlichen Fotos machen konnten.... Sogar Otto war mit der Ausbeute seiner Schnappschüsse zufrieden....

 

So haben wir Palmyra um 17.00 Uhr bei Dunkelheit wieder verlassen und sind mit dem Bus zurück nach Homs gefahren… Und wieder einmal ist ein Tag mit herrlichen Eindrücken für uns zu Ende gegangen. - Wir können voller Ehrfurcht einfach nur dankbar sein.

 

Wir haben dann am Donnerstag, den 25. November, unsere Pilgerreise in Richtung Damaskus fortgesetzt. –

 

 

Unser Bestreben war es, nächste Woche, am Donnerstagabend in der Stadt einzutreffen. Es war uns bewusst, dass uns etwa 170 Kilometer von Damaskus trennen. Wir mussten daher unsere Etappen so planen, dass wir schon bis Samstag den 27. November etwa 80 bis 90 Kilometer geschafft haben. Nur so schien uns dieses Vorhaben umsetzbar….

 

….Wir schreiben nunmehr den 27. November, …. wir sind aber noch immer 90 Kilometer von Damaskus entfernt. Unser vorgenanntes Ziel haben wir fast, aber nicht ganz erreicht... Der Zeitplan sagt uns, dass wir uns deshalb in Damaskus mit den Besichtigungen etwas einschränken werden müssen.

 

Die 80 Kilometer die wir in den vergangenen drei Tagen gepilgert sind, waren wiederum geprägt von karger Landschaft...

 

 

… und Autofriedhöfen der besonderen Art…;

 

 

… die Temperaturen waren warm und angenehm…. es gab wieder viele Begegnungen mit Kindern....

 

 

Auch ein Motorradfahrer wäre uns als Taxi zur Verfügung gestanden, hätten wir sein Angebot angenommen...

 

 

Aber wir bleiben unseren Grundsätzen treu! - Schiff und Traktor sind in Ordnung... Es wird auch nicht lange überlegt, wenn mal ein Güterzug stehen bleibt, dem wir winken…Ja, dann steigen wir einfach ein… Ist aber erst einmal passiert… und dieses Glück wird uns wahrscheinlich auch nicht mehr so schnell wieder zuteil werden...

 

Nach 15 Kilometern haben wir uns eine Rast bei einer Bäckerei gegönnt.

 

 

Nach dieser Pause haben wir schnellen Schrittes unsere 26 Kilometer zurück gelegt. Wir müssen nun danach trachten, dass wir ein Fahrzeug finden, das uns wieder nach Homs zurück bringt. Einmal werden wir unser dortiges Basislager noch nützen. Auch das Wochenende werden wir noch in Homs verbringen, mit Kirchenbesuch und Zeit zum Ruhen, Ruhen und wieder Ruhen ….; damit wir am Montag fit sind, wenn es gilt, unser nächstes Ziel, Maalula zu erreichen.

 

Maalula ist ein Bergdorf bzw. eigentlich schon ein kleines Städtchen….,

 

 

 … in dem sich das bekannte „Kloster-Sergios-und-Bacchos“ und die „Kilise der hl. Takla“ befinden. - Diese Felsenkirche gilt auch als eine der ältesten der Welt.

 

 

Bevor wir nach Maalula kommen, müssen wir noch einen Pass überwinden, der auf fast 2000 Metern Seehöhe liegt...

 

Montag, 29. November 2010, „ ... Homs ade ..., Maalula wir kommen ...“

 

 

Nach einer sehr anstrengenden Wanderung merken wir, dass uns die Zeit knapp wird. - Wir müssen erkennen, dass wir den 2000 Meter hohen Pass nicht mehr schaffen werden und dass wir Maalula nur mehr per Autostopp erreichen können. - Also beschlossen wir, unsere bewährte Autostopp-Taktik anzuwenden... Busse verkehren hier nur ganz selten und auch nur wenige Pkw sind unterwegs.

 

Aber trotz allem, … von da an ging es Schlag auf Schlag …: Das erste Auto stoppt, … wir steigen ein, … nach zwei Kilometern biegt dieses Auto rechts ab und wir müssen raus.... Im gleichen Moment aber stoppt schon das nächste Auto und nimmt uns auf die Passhöhe mit.

 

 

Leider muss dieses Fahrzeug aber nach links abbiegen..... Aber wiederum das gleiche Procedere: Raus aus dem Auto… und keine zwei Minuten später hält auch schon eine prachtvolle Luxuslimousine mit einem gut gekleideten Mann (mit Anzug und Krawatte) hinter dem Lenkrad …... Wir schilderten ihm kurz unser Anliegen…, nach Maalula zu kommen, um dort ein Quartier zum Schlafen zu finden. Wir wussten auch, dass sowohl im Kloster als auch in einem 4-Sterne-Hotel eine solche Möglichkeit bestehen würde.

 

Für die erste Nacht entschieden wir uns aber … für das Hotel, …. sollte der Preis nicht allzu hoch sein … Deshalb wurden wir auch gleich direkt zum Hotel gefahren. Dort angekommen einigten wir uns nach längerem Feilschen auf einen Preis, der für beide Teile akzeptabel war. Ein wunderbares Abendessen und ein traumhaftes Zimmer ließen unseren Pilgertag so ausklingen, wie wir es uns scheinbar verdient hatten …...

 

Am nächsten Morgen um 08.00 Uhr sind wir ohne zu Frühstücken raus und haben uns vom Hotelbus, ohne unseren Rucksack, zu der Stelle bringen lassen, an der wir am Vortag in das erste Auto gestiegen sind. Das heißt, sieben Kilometer hinauf auf den Pass und auf der anderen Seite nochmals fünf Kilometer hinunter.... Diese Strecke dann zu Fuß zurück …. Das war für uns ohne Rucksack kein großes Problem; ….ein wunderschöner Morgenspaziergang sozusagen.... So waren wir dann um 11.00 Uhr wieder im Hotel, wo wir nach einer kurzen Dusche noch ein gutes Frühstück genossen haben. - Dann packten wir unsere Rucksäcke und ab ging´s ins Kloster ….

 

 

Nachdem wir uns vorgestellt und unseren Pilgerweg geschilderten hatten, ist uns sofort ein Quartier angeboten worden. Da wir zwischendurch immer wieder auf unsere „Sparvariante“ zurückgreifen müssen, haben wir dieses Angebot selbstverständlich sehr gerne angenommen. Jeder von uns hat ein Einzelzimmer bekommen. Wir stellten unsere Rucksäcke nur kurz im Zimmer ab und brachen gleich darauf zu unserer Nachmittags-Wanderung auf; vom Kloster aus durch die wildromantische Takla Schlucht ….

 

 

…. zur „Takla Kilise“ und von dort ins Zentrum von Maalula zurück ....

 

 

Da wir an diesem Tag noch 10 weitere Kilometer brauchten, sind wir noch weiter in Richtung Jub'adin gewandert.

 

 

 

Als schon die Dunkelheit hereinbrach, sind wir per Minibus zurück nach Maalula. Wir wussten, dass wir im Kloster kein Abendessen bekommen konnten, also haben wir uns ein nettes Speiserestaurant gesucht und auch gefunden.

 

Da die Takla Schlucht in der Nacht beleuchtet ist, sind wir auf dieser Route auch noch zurück gegangen...

 

 

Die Zeit war zwar schon sehr fortgeschritten, doch zum Schlafen war es uns noch immer zu früh …. Also sind wir auch noch kurz in das Hotel gegangen, wo wir am Vorabend übernachtet hatten. - Um 23.00 Uhr schließlich sind wir frohen Mutes Richtung Kloster zurück marschiert …... Doch siehe da, …. alles war versperrt ….! Keine Glocke, ... keine Möglichkeit, irgendwie jemanden zu wecken... - Erst zu diesem Zeitpunkt wurde uns bewusst, das im Kloster doch andere Sitten herrschen…

 

So haben wir nur mehr einen Ausweg gesehen…, nämlich nochmals in unserem 4-Sterne-Haus einzuchecken... Wir haben mit dem Portier verhandelt und wollten für diese eine Nacht ein Drei-Bett-Zimmer zu einem Sonderpreis bekommen…; unser Ansinnen stieß aber absolut auf keine Gegenliebe...

 

Zum Glück hatte Otto eine glorreiche Idee! Spontan äußerte er den Wunsch: „Könnte nicht jemand vom Hotel im Kloster anrufen…?!“ - Gesagt – getan! Man kam unserem Anliegen freundlichst nach … und schon hatten wir den Priester unseres Klosters am Telefon.... In Englischer Sprache war es uns möglich, ihm kurz unser Problem zu schildern. Unser Gegenüber war zwar verständlicherweise „sehr kurz angebunden“ …., aber schließlich hieß es doch, „das Tor ist offen“..... Gott sei Dank!

 

Mit schlechtem Gewissen, aber heilfroh, dass wir unsere Herberge überhaupt betreten durften, eilten wir zurück ins Kloster. Der Priester war für ein klärendes Gespräch absolut nicht mehr aufgelegt. Vielmehr gab er uns zu verstehen, „dass er sehr sauer auf uns ist!“ –

 

Am Morgen danach wurden wir genauer aufgeklärt: Wir hatten unseren Pass nicht abgegeben und keiner aus dem Kloster wusste, wo wir hingegangen sind. Auch informierte man uns noch, dass wir unter Beobachtung der Geheimpolizei stehen würden und merkte noch an, „dass uns scheinbar nicht bewusst ist, was das heißt“ …... Trotz allem erhielten wir unser Frühstück und durften uns auch noch voller Dankbarkeit und doch in Frieden verabschieden. – Nun ja, das war wahrlich eine Erfahrung für uns, wie wir sie auf unserer Pilgerreise noch nicht erlebt hatten.

 

Am 1. Dezember sind wir dann um 09.00 Uhr von Maalula abgereist. Wir durften viele wertvolle Eindrücke aus diesem wunderschönen Bergstädtchen mitnehmen.

 

 

Nächstes Ziel an diesem Tag war Saydnaya. Die kleine Stadt liegt zwischen Maalula und Damaskus, etwa auf 1.500 Metern Seehöhe. Das Besondere daran ist eine große Klosteranlage in der Stadt und eine weitere auf dem Gipfel des höchsten Berges der Gegend, dem 2000 Meter hohen Cherubim-Berg (benannt nach der Engelart der Cherubim).

 

Die Besichtigung der beiden Klosteranlagen war ein weiterer Fixpunkt auf unserer Pilgerschaft.

 

Auf der Kreuzung in Saydnaya angekommen, genau dort wo der Weg über eine sieben Kilometer lange Straße zum Bergkloster führt, stellten wir unsere Rucksäcke ab und wollten eine kurze Pause zu machen. Als aber eine Großraum-Limousine angefahren kam, machte Johannes ein kurzes Handzeichen: Das Auto hielt an und ein eleganter Mann sowie eine bildhübsche Frau schauten uns fragend an.... Johannes äußerte „unsere Anliegen“ …. und schon wurden wir aufgefordert, mit zu fahren…

 

Auf der Berghöhe angekommen, konnten wir das Ausmaß dieses Klosters erst in vollem Umfang erkennen. Wir stiegen aus und nahmen an, unsere beiden zuvorkommenden Helfer würden auch das Fahrzeug verlassen, ….. aber nein, sie sind gleich wieder talwärts zurück gefahren. Es stellte sich heraus, dass sie sozusagen eine „Sonderfahrt“ für uns durchgeführt hatten.... Ein freundliches Lächeln, das man uns bei der Verabschiedung zusätzlich geschenkt hatte, stimmte uns besonders glücklich und zufrieden.

 

Genau so kamen wir zu unserer Klosterbesichtigung... Kein einziges Auto weit und breit war zu sehen; es schien, als wären wir die einzigen in dieser riesigen Anlage.

 

 

Doch nein…., eine Tür geht auf und ein Mönch kommt auf uns zu... Wir kommen gleich ins Gespräch... Dabei erfahren wir, dass hier im Kloster acht Mönche leben und die Anlage gerade im Umbau begriffen ist, um für den Tourismus attraktiv gemacht zu werden.

 

Schließlich werden wir auch noch auf einen Schnaps eingeladen. Als wir gerade gemütlich beisammen sitzen, geht die Tür auf und zwei Männer treten ein. Eine kurze gegenseitige Vorstellung und wir wussten ein wenig voneinander Bescheid ….: Bei den Männern handelte es sich um einen Kanadier und einen Einheimischen. Beide hatten mit dem Umbau des Klosters zu tun und waren von unserer Reise sehr beeindruckt.

 

Überdies stelle sich nach kurzer Zeit heraus, dass sie wieder zurück nach Saydnaya fahren würden und uns mit hinunter nehmen könnten. Dieses Angebot haben wir nur zu gerne angenommen... - Das war aber noch nicht alles! - Der Mann aus Saydnaya, dessen Namen wir gar nicht kennen, bot uns auch noch an, dass er uns in der Stadt direkt zum Kloster bringen würde. Er riet uns auch, uns dort nach der „Mutter Elisabeth“ zu erkundigen, von der wir sicher ein Pilgerquartier bekommen würden.

 

Nach erfolgter Besichtigung des Bergklosters kamen wir somit wieder sehr bequem vom Berg herunter. Unten in der Stadt angekommen, vor dem dortigen Kloster, verabschiedeten wir uns herzlich und mit aufrichtiger Dankbarkeit! Somit waren wir wieder alleine, standen wiederum vor einer riesigen Klosteranlage...

 

 

Über viele Stufen hinauf ging es weiter, auf der Suche nach „Mutter Elisabeth“. Nach mehrmaligem Fragen führte uns der Weg immer weiter in die Klosteranlage hinein. Kurz darauf wurden wir freundlichst begrüßt und eine Schwester bot uns auch gleich ein Pilgerquartier an, ohne dass wir konkret darum gefragt hätten …. Wir erkundigten uns daher, ob die freundliche Schwester „Mutter Elisabeth“ selbst sei, was von der anderen Schwester mit einem Lächeln bejaht wurde. –

 

Bald merkten wir aber, dass man sich einen kleinen Spaß mit uns machte …... Die beiden Schwestern waren jung und hübsch, … eigentlich nicht so wie man sich eine Oberin bzw. „Mutter Elisabeth“ vorstellte... Gleichzeitig kam aber auch die echte ehrenwerte „Mutter Elisabeth“ selbst auf uns; auch sie schenkte uns ein herzliches Lächeln zur Begrüßung. Natürlich gab auch sie ihre Zustimmung zu unserem Pilgerquartier. - Die beiden jungen Schwestern brachten uns dann auf unsere Zimmer; … für Johannes und Otto ein Doppel-, für mich als „leichten Schnarcher“ ein Einzelzimmer. - Schließlich haben wir unsere Rucksäcke abgestellt …. und „pilgerten gleich wieder weiter“ ….

 

Wir brauchen ja noch Kilometer, um unserem Plan gerecht zu werden. Beim Pförtner erkundigten wir uns vorsorglich, wann das Tor geschlossen wird, …. damit es uns nicht wieder so ergeht, wie in Maalula, als wir mit unseren Problemen vor verschlossener Pforte gestanden sind... Er teilte uns mit, dass zwar um 21.00 Uhr abgesperrt wird; falls wir aber später kommen würden, bräuchten wir nur zu klopfen, dann wird uns extra aufgesperrt. Jedenfalls sollte es aber nicht später als 23.00 Uhr werden …... - Mit diesen Vorgaben konnten wir gut leben und sind frohen Mutes in unsere zweite Tagesetappe gestartet. Wie erwähnt, brauchten wir noch gut sieben Kilometer, damit wir am nächsten Tag Damaskus erreichen konnten: Denn dort wurden wir schon von unserem Quartiergeber, Herrn Anton Rettenbacher, erwartet.

 

Nachfolgend eine kurze Erklärung, wie es zu diesem Quartier in Damaskus gekommen ist::

 

Eines Tages erhielten wir eine Nachricht per E-Mail von einem gewissen Anton Rettenbacher... Darin stelle er sich uns kurz vor und teilte uns mit, dass er als Commercial Attache´ für die Österreichische Handelskammer in Damaskus arbeitet. Er könne uns für die Zeit, in der wir in Damaskus sein würden, ein Quartier anbieten... Zwei Gäste von ihm hatten uns in Palmyra kennen gelernt, wo wir ihnen unsere Jerusalem-Aufkleber geschenkt haben, damit sie unsere Homepage finden können. Auf diese Weise war es auch Toni Rettenbacher möglich, unsere Homepage zu besuchen und uns darauf hin diese Mail zu schicken. - Dieses wunderbare Geschenk konnten wir natürlich nicht ausschlagen und haben uns dann gleich bei ihm gemeldet… - Ja man glaubt es kaum…, so einfach funktioniert es, wenn es richtig läuft, … „und wenn´s läuft, dann läuft´s …“

 

Nachdem wir unsere sieben Kilometer marschiert waren, sind wir bei Dunkelheit mit einem Minibus wieder zurück nach Saydnaya. Bevor wir uns jedoch im Kloster zurück gemeldet haben, sind wir noch auf ein kleines Abendessen in die Stadt und dann in ein Internet-Café, um an unseren Berichten zu arbeiten. Um 22.30 sind wir schließlich zurück ins Kloster und in unsere Betten....

 

Auf diese Weise vergeht ein Tag nach dem anderen und wir kommen unserem Ziel näher und näher ..., obwohl wir es uns zwischendurch immer wieder angenehm machen und entsprechende Pausen einlegen.

 

 

Syrien hat ja bisher schon mit vielen Höhepunkten und wunderbaren Erlebnissen aufwarten können... Wir lassen uns überraschen, was dieses Land noch alles für uns bereit hält..: Damaskus ..., die Golan-Höhen …., die Paulus-Kirche in Kaukab (dort wo Paulus erblindet ist bzw. wo er seine Bekehrung zu Gott erfahren und damit zum jungen Christentum gefunden hat ...), sowie Dara und Bosra gelten als weitere Fixpunkte auf unserer Pilgerreise.

 

Wir schreiben nunmehr den 2. Dezember 2010 und befinden uns gerade bei unserem Quartiergeber, Herrn Anton Rettenbacher, der uns zur Begrüßung ordentlich bekocht hat: Grießnockerlsuppe…, Schweinebraten mit Salat... und, wie könnte es anders sein…, dazu noch köstliches österreichisches Bier! - Ihr könnt euch gewiss vorstellen, liebe Leser, was es für uns bedeutet hat, nach einer so langen Pilgerreise endlich wieder einmal richtige österreichische Hausmannskost genießen zu dürfen! - Um 01.00 Uhr früh sind wir dann solcherart froh gestimmt in unsere Betten geschlüpft und haben diese recht kurze Nacht so richtig genossen.

 

Den folgenden Tag haben wir für Besichtigungen in Damaskus reserviert: Die „Pauluskirche“, an jenem Ort wo Paulus von Barnabas geheilt wurde, sowie die große „Omayyaden Moschee“ und der „Souk“ (Markt) zählten dabei sicherlich zu den Höhepunkten....

 

 

 

 

 

 

Am 4. Dezember um 10.30 Uhr war es dann wieder soweit, ein neues Abenteuer wartete auf uns: Oberstleutnant Wolf vom österreichischen Kontingent der UNO-Friedenstruppen holte uns von unserem Quartier ab und brachte uns mit einem UN-Auto zu den Golanhöhen. - Der folgende Besuch der „Blauhelme“ auf dem Golan wird immer einen besonderen Stellenwert unserer Pilgerreise einnehmen.

 

 

Jeder von uns hat von Oberstleutnant Wolf zur Erinnerung ein Granatsplitterkreuz erhalten.

 

 

 

Dieses Geschenk haben wir voll Freude in unseren Pilgerrucksack gepackt, obwohl dieser  dadurch wieder ein wenig schwerer geworden ist. Ein besonderes Erlebnis für uns war auch, als wir auf der Grenzstation von Syrien zu Israel von den Grenzsoldaten auf einen Tee eingeladen wurden. Dies war zwar in erster Linie ein Freundschaftsbeweis für Oberstleutnant Wolf, doch wir durften die Nutznießer sein. - Um 19.00 Uhr haben wir die Golanhöhen wieder verlassen und sind zurück nach Damaskus gebracht worden. Wahrlich ein sehr interessantes Erlebnis, das einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Wir wollen uns dafür bei Oberstleutnant Wolf recht herzlich bedanken, va. aber auch für seine Gastfreundschaft und für sein einzigartiges Geschenk.

 

Heute ist Sonntag - Ruhetag. Wir müssen jedoch die Visa von Johannes und Otto verlängern lassen und deshalb auf die syrische Botschaft. Dank der Unterstützung eines Bediensteten der österreichischen Botschaft ist es gelungen, binnen zwei Stunden die Visa-Verlängerungen zu erhalten.... Ob uns das alleine auch so schnell möglich gewesen wäre, ist zu bezweifeln.... Am Abend haben wir uns noch mit Anton Rettenbacher in einem tollen Speiserestaurant getroffen, wo wir uns mit einer Einladung zum Abendessen ein wenig erkenntlich zeigen konnten....

 

Montag, der 6. Dezember: Es geht weiter Richtung Süden, das Ziel ist die Pauluskirche in Kaukab. Ein Ort, der fast überhaupt nicht bekannt ist, aber auf unserem Weg auf den Spuren des Heiligen Paulus nicht ausgelassen werden darf; … eine wunderbare, neue und moderne Anlage, die es Wert war, besucht zu werden…

 

 

Am Abend sind wir noch ein letztes Mal zurück in unser Basislager. In großer Dankbarkeit haben wir uns dann am Dienstagmorgen von unserem Gastgeber verabschiedet. Wir schuldeten ihm wahrlich großen Dank!

 

 

…. Und weiter geht unsere Reise in Richtung Dara...

 

 

Wir werden Dara zwar heute nicht mehr erreichen, aber wir kommen diesem Ziel immer näher... - Am Weg dorthin machten wir wieder unsere Fotos, …. von der wundervollen Natur ebenso wie einer Vielzahl an weiteren Motiven, die es wert waren, festgehalten zu werden...

 

 

 

…..und besonders die Kinder haben uns immer wieder fasziniert …...

 

 

 

Doch plötzlich kommt ein Mann auf uns zu: „No photos please, Polizei“…, herrscht er uns an… - Wir waren vollkommen überrascht, weshalb wir auf einmal nicht mehr fotografieren durften, wo doch kein Sperrgebiet erkennbar oder sonstige Polizei- oder Militärkasernen in Sichtweite waren. Wir packten trotzdem unsere Fotoapparate ein und ließen es gut sein…

 

Gleich danach machten wir eine kleine Rast. Der Geheimpolizist blieb immer in unserer Nähe. Schließlich, als wir gerade aufbrechen wollten, verlangte er unsere Pässe! Es wurden Kopien davon gemacht, die wir auch noch selbst bezahlen mussten. Erst als das ganze Procedere vorbei war, durften wir weiter. - Ein weiterer Zwischenfall, den wir in dieser Form noch nie erlebt hatten, …. aber das war noch nicht alles...

 

Da wir an diesem Tag noch einige Pilgerkilometer brauchten, wanderten wir bis in die Nacht hinein. Es war schon stockdunkel, als wir bemerkten, dass wir von einem Auto im Schritttempo verfolgt werden. Wir ließen uns jedoch nicht beirren und gingen wie geplant weiter. Als wir jedoch den nächsten Ort erreicht hatten und schon die Straßenbeleuchtung zu sehen war, kam das Auto plötzlich näher. - Wir erkannten unseren Geheimpolizisten wieder, der uns samt Begleitung gefolgt war. Er gab uns zu verstehen, dass das Gehen in der Nacht verboten sei und wir mit einem Auto weiter müssen... Tatsächlich aber war schon alles vorbereitet: Wir brauchten nur mehr in den PKW steigen und wurden nach Dara gebracht. Vor einem wunderschönen Hotel durften wir aussteigen. Den Preis für den Transport wurde uns vom Polizisten schon vorher bekannt gegeben....

 

Damit eine ganz klare Sache für uns! - Wir waren in Dara, hatten ein Hotel und alles war in bester Ordnung. Was immer auch der Grund für die Kontrolle gewesen sein mag, …. für uns war er nicht weiter wichtig...; für uns zählte nur, dass wir gut in Dara angekommen waren, ein passendes Quartier hatten und vor allem, dass wir gesund waren und allen Grund hatten, froh und gut gelaunt zu sein...

 

Von Dara aus müssen wir uns jetzt noch jeweils zwei Tagesetappen zurück bringen lassen. - Am 9. Dezember haben wir dann um 12.00 Uhr wieder Dara erreicht und sind dann gleich mit dem Bus weiter nach Bosra gefahren, damit wir keine wertvolle Zeit verlieren. - Bosra liegt ca. 40 Kilometer östlich von Dara. Wir freuen uns schon auf die Fotos von diesen wunderbaren Kulturgütern...

 

 

Nach gut zwei Stunden Besichtigung und Fotoshooting fuhren wir abermals zurück nach Dara. Ein eindrucksvoller Pilgertag ist damit wieder zu Ende gegangen. Auch die Sonne zeigte sich bei der Verabschiedung in besonderer Pracht.

 

 

Damit haben wir ein weiteres großes Vorhaben gemeistert: Wir haben ganz Syrien von Nord nach Süd durchwandert. Dabei haben wir etwa 500 Kilometer zu Fuß zurück gelegt, …haben viele Sehenswürdigkeiten sehen dürfen, ….hatten wunderbare Begegnungen mit Kindern und Menschen aus allen Schichten und Altersgruppen, ….. haben vor allem aber auch die Bekanntschaft mit der Geheimpolizei gemacht, was für uns etwas ganz besonderes war… - Ja so ist es, liebe Freunde! Morgen – am 10. Dezember 2010 - werden wir Syrien verlassen und in das nunmehr neunte Land auf unserem Pilgerweg einreisen.

 

Einreise nach Jordanien

 

Persönliche Betrachtung:

 

Wir schreiben nun den 12. Dezember 2010. - Ich sitze gerade in einem Internetcafe in Amman (Jordanien), draußen weht ein kräftiger Sturm und es ist saukalt. Hier im Internetcafe ist es angenehm warm, ich fühle mich wohl. - Ich habe nun meinen mittlerweile fünften Bericht fertig geschrieben und werde nun noch die passenden Fotos suchen, damit die Infos über diese wunderbare Reise, die ich machen darf, auch für meine Freunde, Bekannten und alle Interessierten zur Verfügung stehen.

 

Ich bin dankbar, dass ich Johannes und Otto vor nunmehr gut sechs Monaten kennen gelernt habe, da ich ohne sie niemals so weit gekommen wäre.

 

Vor allem aber schreibe ich diesen Bericht auch für mich persönlich, damit ich diese schönen  und wert(e)vollen Erfahrungen und Erlebnisse später immer wieder abrufen kann. - Es trennen uns nur noch 12 Tage von unserem großen Ziel, von Bethlehem.

 

So Gott will, werde ich am 24. Dezember 2010 gemeinsam mit Otto und Johannes, sowie  meinem Enkelkind Luca und meiner Frau Margarethe Weihnachten feiern dürfen. Zur  Mitternacht wollen wir dann gemeinsam von Bethlehem nach Jerusalem pilgern... Eine wunderbare Vorstellung, ein aufrechter Wunsch, der mich jetzt schon froh und glücklich stimmt.

 

Mit diesen Gedanken schließe ich meinen fünften Bericht und wünsche Euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

 

 

Euer Pilger

 

David

 

Hier kommen Sie direkt zum 6. Bericht vom 31. Dezember 2010

 

Kontakt:

David Zwilling, Johannes Aschauer und Otto Klär

david@zwilling.at, mail@jerusalemweg.at

www.jerusalemweg.at