Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter www.jerusalemweg.at

 

Zum gesamten Bericht gelangst du hier!

 

 

 

„Alles steht unter einem göttlichen Stern!“

 

 

„ …. für Frieden, Freude und Freiheit“

 

 

„Wir sind alle Kinder Gottes und damit Brüder und Schwestern auf Erden“

 

Der Weg nach Jerusalem, 3. Bericht

Heute ist Mittwoch, der 13.Oktober 2010; wir befinden uns gerade in der türkischen Provinzhauptstadt Konya. Die Stadt liegt auf 1.200 m Meereshöhe, etwa drei Autostunden (ca. 200 km) südlich von Ankara, bzw. ca. drei Autostunden nördlich der Mittelmeer-Küste.

Mit Konya haben wir bereits zwei Drittel der Wegstrecke hinter uns gelassen und sind nun in etwa schon 3.000 Kilometer gewandert. - Beständigkeit und viele, viele Schritte haben uns bis hierher gebracht.

Zwei Drittel unserer geplanten Wegstrecke bewältigt zu haben, sind Anlass genug, uns wieder einmal selbst zu beschenken: Wir gönnen uns daher einen zusätzlichen freien Tag, den wir zum Schreiben unserer Berichte nützen. Für 14.00 Uhr haben wir ein Taxi bestellt, das uns in das ca. 40 Kilometer entfernte Kilistra bringen soll. Diese Ansiedlung war bereits im zweiten Jahrhundert vor Christi Geburt besiedelt und später Zufluchtsort der früheren Christen Anatoliens.

Vom Ausflug zurück haben wir uns in einem guten Restaurant ein tolles Abendessen bestellt. Anschließend sind wir dann in ein türkisches Badehaus und haben uns mit einer „Ham Mam Massage“ verwöhnen lassen.

Es ist gerade 21.30 Uhr, wenn ich diese Zeilen schreibe. - Von Kilistra waren wir so sehr fasziniert, dass wir nicht mehr aus dem Staunen heraus kamen ….... Dieses wundervolle, uns selbst gemachte Geschenk, werden wir jetzt vor dem Schlafengehen noch mit einem kühlen Bier besiegeln.

Seit meinen letzten Bericht (ihr erinnert Euch, … wir waren am 25. September 2010 von Pamukören Richtung Pamukkale unterwegs) haben sich wieder sehr viele interessante Erlebnisse zugetragen und wunderbare Erinnerungen angesammelt:

Natürlich haben wir in Pamukkale auch die Sinterbecken und die Ausgrabungsstätten besichtigt; selbstverständlich sind wir in den Thermenbecken auch ins Wasser gegangen ....


 

Ein Erlebnis der besonderen Art:

Von Pamukkale sind wir dann weiter nach Denizli. Am Weg dorthin haben wir uns auch noch Laodikeia angesehen; wiederum eine ganz besondere Ausgrabungsstätte.

Schließlich sind wir weiter nach Dinar, über die Berge nach Isparta …..

. und von Isparta dann nach Egirdir ... Am Weg nach Egirdir sind wir bei vielen Obstplantagen vorbei gekommen. Da gerade die Ernte stattfand, hat man uns immer wieder auf frisches Obst eingeladen. Dabei sahen wir auch Transportmöglichkeiten der ganz besonderen Art.

Bei Dunkelheit angekommen, wurden wir in Egirdir bereits erwartet und ein reserviertes Zimmer stand bereit.

Für den nächsten Tag haben wir ein Fischerboot organisiert, das uns über den Mada Adasi vom südlichen zum nördlichen Seeufer hätte bringen sollen.

Wir haben diesen Weg gewählt, weil wir unbedingt auch nach Yalvac (früheres Psidian, lateinisch Antiochia) wollten, das leider außerhalb unserer Pilgerroute lag:

Für den Apostel Paulus hatte diese bemerkenswerte Stadt (damals Antiochia genannt) einen besonderen Stellenwert. Im Zuge seiner ersten und zweiten Reise hat er hier auch seine erste Predigt in einer Synagoge gehalten. Da wir uns auf unserer Reise ja auf den Spuren von Paulus und den Kreuzrittern bewegen, gehörte dieser Ort einfach dazu.

Es war geplant, dass wir uns durch die Fahrt mit dem Boot einige Kilometer ersparen würden; eine Strecke die wir nicht zu Fuß gehen müssten. Auch wollten wir dadurch wertvolle Zeit gewinnen.

Unser Treffpunkt war für den Morgen des 5. Oktober 2010 um 08.00 Uhr am Fischerhafen vereinbart. Wir wussten vorher nicht, welches Boot uns erwarten würde. Natürlich konnten wir am Vortag auch nicht erahnen, dass es an diesem Morgen heftigen Wind und Kälte geben würde.

Natürlich haben wir uns warm angezogen, als wir in der Früh bemerkten, dass es kalt und windig war. So ausgestattet und entsprechend vorbereitet trafen wir am Fischerhafen ein. Für die Fahrzeit mit dem Boot waren etwa fünf bis sechs Stunden eingeplant; als Preis wurden 25 Lire pro Stunde vereinbart. Die Rückfahrt musste natürlich auch eingerechnet werden, so sprechen wir von zehn bis zwölf Stunden die zu bezahlen waren.

Als wir das Fischerboot erstmals zu sehen bekamen, stiegen in uns schon gewisse Ängste und Befürchtungen auf, ..“ob uns dieses Boot wohl sicher über den See bringen könnte … ?!“ - Der Fischer selbst, der natürlich einiges gewohnt war, sah kein Sicherheitsrisiko, dafür aber ein Zeitproblem; dies vor allem auf Grund des starken Gegenwinds.

Trotz allem beschlossen wird, die Reise zu wagen und stachen in See. Nach einer Stunde Fahrt jedoch, es herrschte hoher Wellengang und die Gischt brauste über uns hinweg, trafen wir die Entscheidung, das Unternehmen doch noch abzubrechen. Wir gaben dem Fischer den Auftrag, uns bei nächster Gelegenheit an Land zu bringen, um dort wie gewohnt unsere Pilgerschaft auf dem Landweg fortsetzen zu können.

Dennoch hat sich durch diesen kurzen Abstecher auf dem Wasser unsere Tagesetappe zu unserem Ziel in Yalvac so weit verringert, dass wir nun die gesamte Strecke in zwei Tagen schaffen konnten. Dieser wahrlich sehr abenteuerliche und erlebnisreiche Ausflug auf den See wird für jeden einzelnen von uns in bleibender Erinnerung bleiben.

In Yalvac selbst haben wir uns dann in einem 2-Sterne-Hotel einquartiert. Für den kommenden Tag war die Besichtigung der dortigen Ruinen geplant. Die Ausgrabungsstätten von Yalvac, des früheren Psidian - Antiochia, sind noch sehr jung und werden von der Universität von Isparta mit fachlicher Unterstützung österreichischer Archäologen erforscht. Wir durften sogar selbst einen Pickel zur Hand nehmen und an den Ausgrabungen mitwirken.
 

Wiederum ein Highlight unserer Reise!

Von Yalvac ging es dann weiter nach Sarkikaraagac bis nach Hüyük und von dort über ein Hochplateau nach Yunuslar: Auf dieser Hochebene werden noch im Herbst frische Erdbeeren, sowie Obst und Gemüse aller Arten geerntet!

Verkostungen zum Nulltarif standen auf der Tagesordnung ….

In Yunuslar erreichten wir wieder die Hauptstraße, die direkt nach Konya führt. Da uns aber noch fünf Kilometer bis zur Hauptstraße fehlten und die Zeit schon sehr fortgeschritten war, entschieden wir uns zum Autostopp. Es dauerte nicht lange und ein Auto hielt an und brachte uns bis zu einer Tankstelle, die direkt an der Hauptstraße und einer Bushaltestelle lag; es war zu diesem Zeitpunkt etwa 17.30 Uhr, der 9. Oktober 2010. In kürzester Zeit fanden wir auch einen Bus, der uns nach Konya brachte. Auf diese Weise sind wir um 20.30 Uhr zu einem Hotel gekommen, in dem wir mehrere Nächte verbrachten.

Ja tatsächlich, genau so verläuft eine Pilgerreise, wenn alles gut geht! Wir sind dankbar und glücklich zugleich, dass wir so wunderbar geführt werden …... Und immer wenn es den Anschein hat, es käme ein Problem auf uns zu, „kommt von irgendwo ein Lichtlein her“, das uns weiter hilft!

 

 

Persönliche Betrachtung:

8. Oktober 2010: Abmarsch vom Hotel Korkusuz in Sarkikaraagac um 09.00 Uhr in Richtung Hüyük. Eine Etappe mit ca. 30 Kilometern liegt vor uns, wenig Infrastruktur ist zu erwarten. Wir wissen, dass wir in etwa zwei Stunden eine Tankstelle erreichen würden ….. und dann nichts mehr! Das Wetter zeigt sich windig und regnerisch, es ist kalt und hat bis auf fünf Grad Celsius abgekühlt. So marschieren wir in voller Regenbekleidung, in warme Unterwäsche verpackt. - Eintönig ..., ab und zu ein schöner Holzstappel.


Alles fühlt sich eintönig und monoton an …., es herrscht wenig Verkehr, das Wetter wie gesagt windig, kalt und regnerisch .... - Diese Umstände veranlassen mich wieder einmal meine Geh-Meditation auszupacken, … damit ich auf andere Gedanken komme:
 

Eins, zwei, drei Schritte – Einatmen, …. und ….eins, zwei, drei Schritte – Ausatmen“ ... Das, ständig wiederholend, bringt mich in eine Stimmung, in der ich die schlechte Witterung nicht mehr bewusst wahrnehme. In Gedanken bin ich bei unserer Reise ....: Ich sehe die vielen freundlichen Gesichter die uns begrüßen, wo wir hinkommen; sehe die Autos die uns entgegenkommen, hupen, blinken und uns freundlich zuwinken …
 

Es bricht bereits die Nacht herein. Wir stehen am Straßenrand und brauchen ein Auto das uns zur nächsten Station bringt …. Und plötzlich stoppt ein Wagen und fordert uns zum mitfahren auf. - Tatsächlich, das alles passiert in den hintersten Winkeln der Türkei …..

So gehe ich meine Schritte, …. und Gedanken kommen und gehen.... Bete mehrmals meinen „Vater Unser“ …. und zum Schluss meine Bitte um Frieden, Freude und Freiheit... Es steigt die Inspiration in mir hoch, ein Bitt-Gebet zu verfassen, das von allen Völkern und Religionen gebetet werden kann, ohne mit den Richtlinien der jeweiligen Religion oder politischen Einstellung in Konflikt zu kommen.

Sehr viele Gedanken … , viele Ansätze … aber nichts ist stimmig genug für mich. …. So zähle ich weiter „eins, - zwei – drei, Einatmen“ und „eins – zwei – drei, Ausatmen, ........ „

Andere Gedanken kommen und gehen.... Nun kommt mir der Werteweg von Haifa nach Jerusalem zum Goldenen Tor in den Sinn ….. und wieder gehen meine Gedanke zum völkerverbindenden und religionsübergreifenden gemeinsamen Gebet …

Ich packe daher meinen Notizblock aus und schreibe die verschiedenen Ansätze nieder. So kommen wir zur Tankstelle; ich schaue kurz auf die Uhr - und siehe da - wir sind bereits mehr als zwei Stunden gegangen, eine Zeitspanne, die ich gar nicht gemerkt habe. Wir machen eine Pause und nach einer halben Stunde der Erholung brechen wir wieder auf.

Für die nächsten vier Stunden ist keine Infrastruktur mehr zu erwarten. Deshalb nehmen wie uns von der Tankstelle unsere nötige Brotzeit und auch Wasser mit. Nach einer halben Stunde, ich traute meinen Augen nicht, …...: Ein ausgewachsenes Wildschwein von sicher 200 Kilogramm Gewicht liegt neben der Straße; ganz so als ob es schlafen würde ...

Als ich aber sehe, dass sich schon wilde Hunde die besten Leckerbissen vom Hinterteil des Tieres holen, wird mir klar, das keine Spur mehr von einem Lebenszeichen vorhanden ist. Als wir beim Wildschwein ankommen, laufen die Hunde sofort weg; .. nur einer von ihnen lässt sich nicht von uns stören und frisst unbeeindruckt weiter.


Trotz meiner Erfahrung als Jäger kann ich nicht erkennen, woran diese riesige Sau (ein Eber) verendet ist. Diese Wahrnehmungen mit der Natur und dem Wild lenken meine Gedanken schlagartig in eine ganz andere Richtung: Ich erinnere mich an wunderschöne Jagderlebnisse mit meinem Vater, meinen Brüdern und Jagdfreunden; speziell mein Freund Hans Putz und mein Bruder Peter kommen mir in den Sinn...; gerade mit diesen beiden verbinden mich viele wertvolle Gespräche und Erinnerungen …..; Gespräche über den Sinn des Lebens, den Zweck der Jagd und vieles mehr …..

Es dauert jedoch nicht lange und ich bin wieder bei meinem Gebet. Ich mache mir weitere Notizen und bringe so immer mehr Sinn und Fluss hinein. So in Gedanken versunken, wandere ich Schritt für Schritt weiter und komme unserem Etappenziel immer näher. Plötzlich sehe ich auf der rechten Seite etwas rotes aufleuchten …. Da ich meine Brille nicht aufgesetzt habe, erkenne ich erst ein wenig später, dass es sich dabei um Erdbeeren handeln muss ...

und das im Herbst, auf 1200 Metern Seehöhe, bei fünf Grad Celisus, … es ist regnerisch und windig, ….. ich kann es fast nicht glauben ….. Es dauert aber nicht lange und wir stehen mitten im Erdbeerfeld und essen uns satt. Mit dreckigen Schuhen setzten wir unsere Reise fort.

Meine Gedanken lösen sich von den Erdbeeren, dieser süßen roten Versuchung … Ich setze wieder einen Schritt nach dem anderen und hinterlasse dabei meine Spuren, die von meinen dreckigen Schuhen stammen. So vergeht die Zeit, viele Gedanken kommen und gehen, wandern in mein Notizheft … Abends im Internetcafe werden sie dann geordnet und nochmals niedergeschrieben.

Da wir nun entsprechend der verstrichenen Zeit bereits „unsere 30 Kilometer“ gegangen sein müssten und auch die Dunkelheit schon langsam hereinbricht, versuchen wir uns erneut im Autostopp. Und tatsächlich, … gesagt - getan, … es stoppt ein Auto …. - Wir haben Glück. Der Lenker des Fahrzeuges, ein Mann, spricht ein wenig Englisch und gibt uns zu verstehen, dass er nach Sarkikaraagac fährt. - Welch wunderbarer Zufall, dass dieser Ort genau unser heutiges Ziel ist .....; natürlich sind wir sofort eingestiegen. Der Mann bringt uns direkt ins Hotel. - Wieder ist ein Pilgertag, ausgefüllt mit wunderschönen Gedanken und Eindrücken, zu Ende gegangen; …. und das bei schlechtem Wetter. Ich bin dankbar dafür und freue mich schon auf die nächsten Tage.

Am Abend bin ich noch in ein Internetcafe und habe meine Erinnerungen nieder geschrieben, wobei nunmehr bei mir das Friedensgebet im Vordergrund steht …..

Meine Vorstellungen gelten einem völkerverbindenden und religionsübergreifenden Bitt-Gebet für Frieden, Freude und Freiheit. Dieses Gebet sollte jeder Mensch auf Erden beten können, ohne mit seiner politischen und religiösen Einstellung in Konflikt zu kommen. Viele Notizen habe ich mir dazu gemacht. Das Ergebnis möchte ich jetzt noch kurz niederschreiben.

Ein Bitt-Gebet für Frieden Freude und Freiheit auf Erden:

Lieber Gott, Vater unser im Himmel, geheiligt ist dein Name, im Himmel und auf Erden.

Lieber Vater, bitte schenke uns Frieden, bitte schenke uns Freude und bitte schenke uns Freiheit auf Erden. - Amen.

Gegrüsst seid ihr Heiligkeiten im Himmel, verehrt werden Eure Namen im Himmel und auf Erden. Bitte unterstützt uns im Frieden, bitte unterstützt uns in der Freude und bitte unterstützt uns in der Freiheit auf Erden. - Amen.

(persöhnliche Anrufungen, ganz individuell)

Wir rufen, Jesus Christus, Sohn Gottes. Bitte unterstütze uns!

Wir rufen, Erzengel Michael. Bitte unterstütze uns!

Wir rufen, Erzengel Metatron. Bitte unterstütze uns!

Wir rufen, alle Engel und Erzengel im Himmel. Bitte unterstützt uns!

Wir rufen, alle Heiligkeiten im Himmel. Bitte unterstützt uns!

Wir rufen alle Heiligkeiten auf Erden. Von Ost bis West, von Nord bis Süd. Bitte unterstützt uns!
 

Gegrüsst seist du Maria, Mutter Jesu, bitte, bitte für uns um Frieden auf Erden, bei Gott unserm Vater! - Amen.“

In diesem Sinne bitte ich, dass dieses Gebet einen Beitrag leisten wird für eine bessere Welt. Mein großer Wunsch, ja mein Traum wäre es, dass sich dieses Gebet über unseren ganzen Erdball verbreitet. - Wiederum ein Traum, der es wert ist, weiter geträumt zu werden.

So ist es nun 23.30 Uhr geworden.... Ich schließe diesen Bericht und freue mich auf mein Bett ….. und wer weiß, vielleicht träume ich einen Traum, der es wieder wert ist, niedergeschrieben zu werden.

 

Fotos und weitere Informationen findet ihr unter www.jerusalemweg.at.
Über einen Gästebucheintrag würden wir uns sehr freuen.

Euer Pilger David

Hier kommen Sie direkt zum 4. Bericht vom 10. November 2010

 

 

Kontakt:

David Zwilling, Johannes Aschauer und Otto Klär

david@zwilling.at, mail@jerusalemweg.at

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