Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter www.jerusalemweg.at

 

Zum gesamten Bericht gelangst du hier!

 

 

 

„Alles steht unter einem göttlichen Stern!“

 

 

„ …. für Frieden, Freude und Freiheit“

 

 

„Wir sind alle Kinder Gottes und damit Brüder und Schwestern auf Erden“

 

 

2. Bericht

Wir schreiben nun den 23. September 2010; in guter Stimmung und unversehrt sind wir um etwa 21.00 Uhr bei Dunkelheit in Nazilli angekommen.

 

Der Weg, den wir bisher schon gehen durften, war jedenfalls sehr wertvoll und bereichernd. Die vielen Sehenswürdigkeiten, die wir besichtigt haben, Klöster, Burgen, Ruinen, Ausgrabungsstätten, Kirchen und Museen, ließen unser Herz sehr oft höher schlagen. Vor allem aber Gottes wunderschöne Natur in all ihren Facetten hat uns immer wieder sehr beeindruckt.

 

 

Als weniger schön empfanden wir die oft mit vielen Fahrzeugen aller Art hoch frequentierten Straßen. Endlos lange Kilometer auf nicht enden wollenden Geraden mit oder ohne Verkehr gehören bei so einem Weg aber dazu.

Stunden des Ausgleichs haben wir dafür immer wieder in der unberührten Natur, bei Wanderungen über Berge, durch Wälder, Wein- und Obstgärten, oder bei Fahrten mit dem Schiff übers Meer oder See gefunden.

 

Ja, so ist das Leben, entsprechend dem Grundgesetz der Polarität, „wo Licht ist – da gibt es auch Schatten“ .... Nur wer die Schattenseiten kennt, kann auch die Sonnenseiten in all ihrer Pracht erfassen und erst richtig genießen.

 

 

Persönliche Betrachtung:

 

Ich wandere bei 40 Grad im Schatten, es ist etwa 13.00 Uhr, die Sonne hat ihren höchsten Stand erreicht und spendet mir durch ihre Strahlen wertvolle Kraft. Meine Gedanken sind bei den "Werten":

 

Auf einem so langen Weg haben wir natürlich auch viel Zeit zum Nachdenken:

„Was war für mich bis jetzt das Wertvollste?“ - Ganz sicher gehören die vielen Gedanken und Inspirationen dazu, die in mir herangereift sind. Vor allem aber waren es auch die vielen Begegnungen mit den verschiedensten Menschentypen; Begegnungen mit Kindern, Männern, Frauen, armen und reichen, jungen, alten und sehr alten Leuten ...., Menschen verschiedenster Herkunft und Religionszugehörigkeit, Menschen aus allen möglichen Berufen; Ja, all das hat mich sehr beeindruckt.

 

Überwiegend wurden wir mit Offenheit, Freundlichkeit und herzlicher Gastfreundschaft empfangen; das reichte von einfachen Einladungen zum Essen und Trinken bis zum Angebot von Quartieren.

Ganz so als wären wir alle Brüder und Schwestern, wie wir es ja eigentlich auch sind bzw. sein sollten. Aber es tauchten immer wieder auch bedrückende Gedanken auf; Gedanken über das viele Unrecht und Leid auf diesem wunderschönen Planeten Erde. - So kommen mir, David, auch wieder die "Werte", die ich in meiner Tasche in Papierform mit mir trage, in den Sinn. Werte wie Friede, Freude und Freiheit auf unserer Erde, Werte die aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis heraus entstanden sind.

 

Meine Gedanken sind bei den "Werten":

 

Der Wert "Liebe"

Was verstehen wir unter Liebe? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Sobald wir uns in der Liebe befinden, leisten wir einen großen Beitrag für den Frieden. Wer in der Liebe ist, wird Erfolg, Glück und Zufriedenheit ernten. Liebe heißt, nicht um Verzeihung bitten zu müssen. Liebe bedeutet, die Größe zu haben, sich entschuldigen zu können, wenn wir Unrechtes getan haben. Liebe heißt, Menschen so zu verstehen und anzunehmen, so wie sie sind. Liebe bedeutet, Wertschätzung für den Anderen zu haben und auch auszudrücken. Liebe bedeutet aber auch Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens. …... Das ist Liebe.

 

Der Wert "Familie"

Was verstehen wir unter Familie? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Familie existiert in Form von Eltern, Kindern und den engsten Verwandten. Es gibt aber auch die Familie von Gleichgesinnten, die Familie die aus Freunden und Bekannten besteht. Die Basis einer Familie verlangt immer nach gegenseitigem Verstehen. Verbinden uns die gleichen Werte, so ist das die beste Basis für Frieden.

 

Der Wert "Freiheit"

Was verstehen wir unter Freiheit? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Frei zu sein in den Entscheidungen, freie Wahl des Berufes, freie Wahl der Religion, freie Wahl der politischen Einstellung. - Das ist für mich Freiheit.

 

Der Wert "Glaube"

Was verstehen wir unter Glaube? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Der Glaube kann aus dem Religiösen kommen, ich kann aber auch an etwas Bestimmtes glauben, ich glaube daran, dass ich etwas schaffen kann. Der Glaube ist die Urkraft, die Berge versetzt. Nur wenn ich daran glaube, kann ich etwas erfolgreich abschließen. Hingabe und Vertrauen machen Glauben erst möglich. - Das ist Glaube.

 

Der Wert "Hoffnung"

Was verstehen wir unter Hoffnung? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Über den Glauben schöpfe ich meine Hoffnung. Die Hoffnung beseitigt alle Hürden des Zweifels. Der Glaube ist die Basis für die Hoffnung.

 

Der Wert "Toleranz"

Was verstehen wir unter Toleranz? Ich stelle die Frage und bekomme meine Antworten.

 

Über die Toleranz stelle ich eine Gleichheit her und leiste dadurch einen Beitrag für den Frieden. Jeder Mensch hat seine ihm eigene Wahrheit und niemand hat das Recht diese Wahrheit anzuzweifeln oder gar zu bekämpfen. Mit dem Wert Toleranz können wir andere Meinungen gelten lassen.

 

Der Wert "Zusammenarbeit"

Was verstehen wir unter Zusammenarbeit? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Zusammenarbeit ist auf alle Fälle besser und effektiver als Alleinkämpfertum. Zusammenarbeit und Zusammenhalt innerhalb der Familie, im Freundeskreis oder in einer Region bildet die Basis für echte und positive Weiterentwicklung.

 

Der Wert "soziale Einstellung"

Was verstehen wir unter sozialer Einstellung? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Wird soziale Einstellung in der Familie sowie in Firmen gelebt und werden sozial schwächere Personen unterstützt, so ist das ein großer Beitrag für Frieden.

 

Der Wert "Verantwortung"

Was verstehen wir unter Verantwortung? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Wir haben die Verantwortung, ja die Pflicht, unser Handeln auf Nachhaltigkeit zu prüfen. Verantwortungsbewusstes Handeln für Mensch und Natur ist eine Grundvoraussetzung für Frieden.

 

Der Wert "Friede"

Was verstehen wir unter Frieden? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Friede sei mit dir ..., Friede auf Erden..., ich bin im Frieden.... Um Erfolg, Glück und Zufriedenheit erfahren zu können, ist innere Zufriedenheit eine Grundvoraussetzung.

 

Der Wert "Respekt"

Was verstehen wir unter Respekt? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Der Respekt und die Wertschätzung gegenüber unseren Mitmenschen ist eine wichtige Basis für den Frieden. Jeder Mensch hat ein Recht auf Respekt, bzw. ein Anrecht darauf, in seinem persönlichen So-Sein respektiert zu werden. Ignoranz ist demgemäß für den Menschen die größte Strafe.

 

Der Wert "Ehrlichkeit"

Was verstehen wir unter Ehrlichkeit? Ich stelle die Frage und erhalte meine Antworten.

 

Ehrlichkeit bedeutet nicht nur, die Wahrheit zu sagen, sondern vielmehr so zu sprechen, wie wir denken. Ehrlich ist auch, wenn wir so handeln wie wir denken. Mit seinen Gedanken vorurteilsfrei nach außen zu gehen und diese zu vertreten, ist ein weiteres Element der Ehrlichkeit für mich. Vor allem ist Ehrlichkeit auch die Basis für Authentizität.

 

 

Meine Gedanken fließen weiter, ich schreibe sie nieder, so wie sie kommen, prüfe die Zusammenhänge. Ich bin mir sicher, dass es Sinn macht, sich mit diesen Werten auseinanderzusetzen und sie zu verbreiten. So gehe ich weiter meinen Weg, setze einen Schritt nach dem anderen, packe wieder meine Geh-Meditation aus .... Auf meinen Mundwinkeln erscheint ein entspanntes Lächeln ... und „eins - zwei - drei, Einatmen, eins - zwei - drei, Ausatmen“ ... und das immer und immer wieder ...

Ich bete meinen "Vater unser", den ich für mich etwas abgeändert habe:

 

Wo es heißt, "führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösen - Amen", bete ich, "führe uns durch die Versuchung und erlöse uns von dem Bösen - Amen" ... Ich glaube, dass eine Weiterentwicklung der Seele und des Geistes nur über die Herausforderung der Versuchung gehen kann. Erst in der Versuchung kann ich durch mein Handeln bewusste Entscheidungen treffen; mein Handeln prägt meine Erfahrungen, zieht neue Erfahrungen nach sich.

 

Nach dem "Gegrüßet seist du Maria" bete ich, "Lieber Gott, Vater unser im Himmel, geheiligt ist dein Name im Himmel und auf Erden. Lieber Vater im Himmel schenke uns bitte Frieden, schenke uns bitte Freude und schenke uns bitte Freiheit auf Erden - Amen. Heilige Maria Mutter Jesus, bitte für uns um Frieden auf Erden, bei Gott unserm Vater - Amen".

 

In diesem Sinne bete ich viele "Vater unser" und das stimmt mich glücklich. - Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Tage und bin offen für alles was kommt.

 

So vergeht die Zeit ... und die Kilometer, die noch vor uns liegen, werden immer weniger. Meine Dankbarkeit ist groß, diesen Weg gehen zu dürfen.

 

 

Persönliche Betrachtung:

 

Es ist 14.00 Uhr, der 25. September 2010, wir gehen von Pamukören Richtung Pamukkale.

 

Es hat ca. 35 Grad Celsius und die Sonne schenkt uns wieder einmal die volle Kraft ihrer Strahlen. Eine kilometerlange Gerade und viel Verkehr wecken in mir wieder einmal den Wunsch, meine Geh-Meditation auszupacken. Mundwinkel auf Lächeln gestellt und „eins - zwei - drei, Einatmen, eins - zwei - drei, Ausatmen“ …

 

Die Gedanken fließen wieder und ich stelle mir die Frage:

 

Warum gehe ich diesen Weg?

Ich stelle die Frage ich erhalte meine Antworten.

 

Voriges Jahr rief mich Heidi Kalss, eine langjährige spirituelle Freundin von der Rosenburg im Kamptal, an und teilte mir mit, dass sie und Anna Maria gemeinsam mit einer Reisegruppe aus Gars am Kamp nach Jerusalem fliegen werden ... Ich antwortete ganz spontan, "wenn noch Platz ist, fliege ich mit ...".

 

So ist es gekommen, dass ich zwei Wochen später in Jerusalem war. Ich durfte mir dort viele interessante und geschichtsträchtige Plätze ansehen. Ich habe Eindrücke gewonnen, die ich nie mehr vergessen werde, da sie auf mich wirklich außergewöhnlich gewirkt haben. Am Ende der Reise haben wir noch in Haifa die "Gärten der Bahai" besichtigen können, die bei mir einen ganz besonderen Eindruck hinterlassen haben:

 

Die Schönheit dieser Gärten kann man nicht mit Worten beschreiben, das sollte man einfach sehen. Für mich waren die Bahai zu diesem Zeitpunkt vollkommen unbekannt und ich konnte mit diesem Wort absolut nichts anfangen. Als ich mich über die Bahai näher erkundigt habe, erfuhr ich, dass es sich dabei um eine Religion handelt.

 

Voller Begeisterung hinterfragte ich die Philosophie, die hinter dieser Religion steht. Ich spürte sofort die Parallelen zu meiner Denkweise. Vor allem entdeckte ich voller Glücksgefühl die Gemeinsamkeiten mit meinen "Zwölf Werten", mit denen ich mich in letzter Zeit immer intensiver beschäftigt habe. Unmittelbar tauchte in meinem Geist ein besonderer Wunsch auf und Bilder kamen in mir hoch: Ich sehe einen religionsübergreifenden und völkerverbindenden Werteweg für Frieden, Freude und Freiheit ....; einen Weg, auf dem Menschen aus verschiedensten Nationen und Glaubensrichtungen über die Gärten der Bahai zu Fuß nach Nazareth (wo Jesus aufgewachsen ist), weiter zum See Genezareth (wo Jesus gewirkt hat) nach Bethlehem (wo Jesus geboren wurde) bis zum „Goldenen Tor“ pilgern, um für den Frieden auf Erden zu beten.

 

Das „Goldene Tor“ ist eines der acht Tore der Altstadt Jerusalems. Es ist zugemauert und kann erst geöffnet werden, wenn die göttliche Energie des Messias auf Erden wieder kommt, um uns den Frieden zu bringen und das „Goldene Zeitalter“ auf Erden einzuleiten.

 

Ein schöner Traum, ein drängender Wunsch, der in mir fest verankert ist …

 

Damit kehren meine Gedanken zurück nach Kärnten, wo ich im Mai 2010 mit Baldur Preiml ein Seminar gemacht habe. Ich erinnere mich, als Baldur Besuch von zwei Männern bekam: Er steht mit ihnen bei seinem Auto. Ich, in meiner Neugierde, bin sofort dabei, sage kurz „Hallo“ und frage, "was verkauft ihr?". - "Wir verkaufen nichts, wir holen uns von Baldur Informationen, wir machen eine größere Pilgerreise", so die Antwort. - "Wo soll die Reise hingehen?"..., meine Neugier ist erwacht ....- "Zu Fuß nach Jerusalem" ... . Ich bekomme am ganzen Körper eine Gänsehaut und antworte: "Euch schickt der liebe Gott, wenn ihr mich mitnehmt, gehe ich mit".

 

Erst dann erfuhr ich, dass die beiden Johannes und Otto heißen und dass schon am 24. Juni 2010 Abmarsch sein sollte. - Jerusalem muss auf mich eine besondere Anziehungskraft ausüben, sonst könnte ich nicht so spontan Entscheidungen treffen, mit dem Flieger oder zu Fuße über 4500 Kilometer nach Jerusalem zu pilgern. Wobei der Werteweg von Haifa nach Jerusalem sicherlich der Auslöser war ... Nur so konnte ich den Entschluss so schnell fassen, diesen Weg von Österreich aus nach Jerusalem auch zu Fuße zu gehen.

 

Die Vision eines Wertewegenetzes auf bestehenden Wanderwegen oder Radwegen in den verschiedensten Ländern, in deren Regionen zu installieren, ist in meinem Geist ja schon seit mehreren Jahren vorhanden und nimmt immer konkretere Formen an, fügt sich zu einem immer deutlicheren Bild.

 

Damit komme ich wieder zurück auf meinen Pilgerweg, und „eins - zwei - drei, Einatmen, eins - zwei - drei, Ausatmen“ ….

 

Die Gedanken kommen, die Gedanken gehen, befinden sich in einem ständigen wunderbaren Fluss. - Ich bete meine "Vater unser" und freue mich schon auf die weiteren Tage, auf die vielen Kilometer, die auf mich warten und auf die vielen Wert(e)vollen Gedanken, die noch kommen und gehen werden.

 

Fotos und weitere Informationen findet ihr unter www.jerusalemweg.at.
Über einen Gästebucheintrag würden wir uns sehr freuen.

Euer Pilger David

Hier kommen Sie direkt zum 3. Bericht vom 13. Oktober 2010

 

 

Kontakt:

David Zwilling, Johannes Aschauer und Otto Klär

david@zwilling.at, mail@jerusalemweg.at

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